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Der COP30-Fahrplan weg von Öl, Gas und Kohle verpflichtet keinen einzigen Staat

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Ölpumpe als Silhouette vor rotem Abendhimmel
Foto:©Unsplash/Zbynek Burival

Bei der Klimakonferenz in Belém wollten viele Länder bei den fossilen Energien schneller vorankommen, als es am Ende gelang. Fünf Tage vor der nächsten Weltklimakonferenz legt die brasilianische COP30-Präsidentschaft nun den versprochenen Fahrplan vor, dazu einen zweiten zum Schutz der Wälder. Was darin steht und warum er auf Freiwilligkeit setzt.

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Neue Pflichten für die Staaten enthält der Fahrplan nicht. Er sei der freiwillige Beitrag der Präsidentschaft zum Wechsel von der Verhandlung zur Umsetzung, „schafft keine neuen Verpflichtungen und ist kein verhandeltes Ergebnis“, heißt es im Fahrplan für die Abkehr von fossilen Brennstoffen, den die brasilianische Präsidentschaft der Weltklimakonferenz COP30 am 3. November in Brasília vorgestellt hat. Präsentiert wurde er von COP30-Präsident André Corrêa do Lago und Exekutivdirektorin Ana Toni.

Damit löst Brasilien ein Versprechen aus Belém ein. Dort hatte die Präsidentschaft zum Abschluss der Konferenz im November 2025 zwei Fahrpläne angekündigt, wie das UN-Klimasekretariat festhält: einen für die gerechte, geordnete und ausgewogene Abkehr von fossilen Energien und einen für das Ende der Entwaldung bis 2030. Am 9. November beginnt im türkischen Antalya die nächste Weltklimakonferenz, die COP31.

Was der Fahrplan für fossile Energien vorsieht

Im Zentrum steht ein Ansatz, den die Präsidentschaft nach dem Konferenzort Belém benennt. Mit einem Bereitschaftsindex sollen Länder, Regionen und Branchen selbst einschätzen, wie weit sie für den Umstieg sind, getrennt nach Energienachfrage, Energieangebot und der Wirtschaft insgesamt. Einzelne Länder bewertet der Fahrplan ausdrücklich nicht. Als Ziel nennt er wie schon die Konferenz von Dubai 2023 Netto-Null-Emissionen bis 2050.

Die Staaten werden laut der Mitteilung der COP30-Präsidentschaft aufgerufen, den Index schon jetzt zu nutzen und sich einer gemeinsamen Agenda bis 2033 anzuschließen, um in diesem „entscheidenden Jahrzehnt“ koordiniert zu handeln. Der internationale Austausch soll über künftige Konferenzpräsidentschaften und die zweite globale Bestandsaufnahme der Klimapolitik im Jahr 2028 weitergehen. Bei einer offenen Konsultation gingen 267 Beiträge ein, 21 davon von Staaten oder Staatengruppen, die zusammen 115 Vertragsparteien vertreten.

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Ölpumpe als Silhouette vor rotem Abendhimmel
 © Unsplash/Zbynek Burival

Der zweite Fahrplan: Geld für die Wälder

Der zweite Fahrplan soll helfen, Entwaldung und Waldschädigung bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Auch er schafft laut dem Dokument keine neuen Verpflichtungen und keinen neuen internationalen Rahmen. Er beschreibt fünf Handlungsfelder, vom Schutz bestehender Wälder bis zur Wiederaufforstung, und setzt auf nationale Pläne, die die Länder selbst gestalten.

Deutlich wird darin die Finanzierungslücke. Laut dem UN-Umweltprogramm müsse das jährliche Geld für Wälder von 84,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf mehr als 300 Milliarden Dollar bis 2030 steigen, heißt es im Waldfahrplan. 88,3 Prozent der 2023 erfassten Mittel kamen aus nationalen öffentlichen Budgets, internationale öffentliche Gelder machten nur 3,4 Prozent aus. Die jährliche Entwaldung ist laut Daten der Welternährungsorganisation FAO von 17,6 Millionen Hektar in den 1990er-Jahren auf 10,9 Millionen Hektar im Zeitraum 2015 bis 2025 zurückgegangen.

Warum Brasilien auf Freiwilligkeit setzt

Dass die Fahrpläne außerhalb der Verhandlungen entstanden sind, hat mit dem Verlauf von Belém zu tun. Viele Länder hätten bei fossilen Energien, Finanzierung und dem Umgang mit Klimakatastrophen schneller vorankommen wollen, sagte UN-Klimachef Simon Stiell in seiner Abschlussrede in Belém. Der Fahrplan greift auf eine Formulierung zurück, auf die sich die Staaten schon 2023 in Dubai geeinigt hatten, und betont, dass die Umsetzung nicht verhandelt werden müsse.

Ob der Ansatz trägt, zeigt sich ab dem 9. November in Antalya. Die COP31 dauert laut dem UN-Klimasekretariat bis 20. November. Konferenzpräsident ist der türkische Umweltminister Murat Kurum, die Verhandlungen leitet der australische Klimaminister Chris Bowen. Eine Unterstützung durch einzelne Staaten weisen die Fahrpläne nicht aus, sie listen lediglich die eingegangenen Beiträge auf.

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