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In dem Versuch waren zwei Dinge für die Partnerwahl entscheidend, erklärte Zewald (Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien) der APA: Erstens sollten die potenziellen Kooperationspartner in der Gruppenhierarchie recht weit oben stehen, damit sie zum Apparat durften und bei einem Erfolg die Belohnung auch für sich beanspruchen konnten. Außerdem musste ein Makak die Nähe eines anderen überhaupt zulassen. Das war zum Beispiel beim dominanten Alphamännchen "Manny" selten der Fall. Der Affe verscheuchte andere meist, wenn er beim Testgerät war.
So kam es dazu, dass von 460 erfolgreichen Kooperationen fast vierhundert durch eine gemeinsame Anstrengung von "Karatsu" und "Daihatsu" zustande kamen, wenn den Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis) nur eine Testapparatur zur Verfügung stand. "Sie haben einen ähnlich hohen Rang und sind sehr eng, also freundschaftlich miteinander verbunden", berichtete Zewald: "Aufgrund ihres jeweils hohen Rangs konnten sie die Aufgabe für sich beanspruchen und tolerierten die Anwesenheit des anderen auch in der Nähe des Apparats."
Als Zewald und Kollegen vier weitere Testapparaturen ans Gehege stellten, gab es für die Affenhorde auf einmal mehr Möglichkeiten für Teamarbeit, die auch viele andere Gruppenmitglieder nutzten. "Karatsu" kooperierte dann öfter mit dem Weibchen "Fungi" als mit seinem Kumpel "Daihatsu", der wiederum gerne mit dem Männchen "Deawu" gemeinsame Sache machte. Auch die beiden Weibchen "Confetti" und "Demi" wirkten dann miteinander, was bei einem einzelnen Gerät nie zustande gekommen war. Das Weibchen "Halloumi" konnte schließlich sogar den dominanten "Manny" mehrmals dazu bringen, mit ihr an einem Strang zu ziehen.
Dieser war von den Forschern durch zwei Ösen an einem Tablett gefädelt worden, das sich zunächst außerhalb der Reichweite der Affen befand. Seine beiden Enden waren zudem so weit entfernt, dass ein Makak sie nicht gleichzeitig fassen konnte. Zerrte einer an einem Ende, flutschte der Strang durch die Ösen und das Tablett blieb, wo es war. Nur wenn zwei Affen an beiden Enden zogen, kam das Tablett mitsamt Maiskörnern oder Sonnenblumensamen in ihre Griffweite.
Gibt es nur eine einzige Möglichkeit zur Zusammenarbeit, ist die Partnerwahl von größerer Bedeutung, weil es dann eben nur eine einzige Möglichkeit gibt, an Beute zu kommen, so Zewald: "Dann braucht man jemanden, der sie nicht für sich allein behält." Gibt es alternative Plätze, um Belohnungen zu lukrieren, wäre solch ein Fehlschlag weniger gravierend. Dementsprechend zeigen die Affen Unterschiede bei der Partnerwahl, je nach der Anzahl der Orte, an denen sie zusammenarbeiten können.






