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Vitamin E - Neue Hoffnung bei chronischen Entzündungen

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Chronische Entzündungen sind weit verbreitet
©APA/APA/TECHT/HANS KLAUS TECHT
Chronische Entzündungen sind wie ein Feuer im Körper, das nicht erlischt - ein Zustand, der eine ernste Gefahr für die Gesundheit bedeutet. Um den Gleichgewichtszustand im Gewebe optimal wiederherzustellen, sollte die Entzündung unterdrückt und die Heilung der Entzündung gefördert werden. Aktuell fehlt es aber an Medikamenten, die beide Effekte gezielt kombinieren können. Der Lipidforscher Andreas Koeberle sieht in Vitamin E einen Schlüssel dafür, teilte die Uni Graz mit.

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Chronische Entzündungen werden mit einer breiten Palette von Erkrankungen in Verbindung gebracht - von der Bildung von Plaques in den Arterien, die zur Arteriosklerose führen, über die Herzinsuffizienz bis hin zur Entstehung der Insulinresistenz und Neuropathien. "Therapien zielen meistens darauf ab, das Fortschreiten der Inflammation zu blockieren. Für eine langfristige Heilung muss sie aber vollständig aufgelöst werden", betonte Koeberle, vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften, am Montag.

Koeberle und sein Team aus Graz, Innsbruck, Anger, Jena und Neapel haben nach Wirkstoffen gesucht, die das Potenzial haben, sowohl entzündungshemmend zu wirken als auch eine bestehende Inflammation aufzulösen - und sind in der Gruppe der langkettigen Vitamin-E-Metabolite (LCM) fündig geworden. "Dieses Molekül hat die gesuchte doppelte Wirkung auf entzündungssteuernde Botenstoffe", so Koeberle.

In ersten Studien zeigte sich, dass das gefundene Molekül die Anzahl entzündlicher Immunzellen in einem Mausmodell reduzieren konnte, ohne dabei wichtige Heilungsprozesse zu stören. Es regt Makrophagen, die "Aufräumzellen" des Körpers, dazu an, abgestorbene Zellen effizienter zu beseitigen, und unterstützt die Umstellung des Immunsystems von Angriff auf Heilung. In Studien mit menschlichen Immunzellen und einem Mausmodell für Entzündungen zeigte sich, dass diese Moleküle auch die Ferroptose - eine Art von Zelltod, die zur Entzündungsreaktion beitragen kann - schützt.

Diese sogenannten Tocotrienol-Metabolite können selbstständig im menschlichen Körper gebildet werden. Sie haben aber auch eine große Ähnlichkeit zu einem Inhaltsstoff der Bitterkola-Pflanze, wie die Forschenden bereits herausgefunden haben. Ihre Erkenntnisse haben sie in der jüngsten Ausgabe der "Acta Pharmaceutica Sinica B" publiziert. Die Bitterkola-Pflanze wird in der traditionellen afrikanischen Medizin schon lange bei entzündlichen Erkrankungen eingesetzt. "Ob die beiden leicht unterschiedlichen Verbindungen den gleichen Wirkmechanismus haben, muss allerdings erst noch bestätigt werden", erklärte der Grazer Forscher.

Andreas Koeberle ist seit 2024 Leiter der Sektion Pharmakognosie an der Universität Graz. Ziel der Forschung des Biochemikers ist die Entwicklung neuartiger Therapiestrategien durch die Erforschung der Wirkmechanismen pflanzlicher Wirkstoffe, insbesondere im Zusammenhang mit entzündlichen Erkrankungen, Fettstoffwechsel und Krebs. Speziell interessieren ihn Angriffspunkte in Lipid-Signalwegen und Lipidmediatoren, die gezielt Entzündungen auslösen oder aber auch stoppen können. Bereits in Innsbruck hat sein Team Heilpflanzen im Hinblick auf ihre Wirkung auf Lipidmediatoren untersucht.

(S E R V I C E - Permann, Brunner, Alsabil, Koeberle et al., "Tocotrienol metabolites redirect lipid mediator production in innate immune cells towards inflammation resolution". Acta Pharm Sinica B, https://doi.org/10.1016/j.apsb.2026.06.056)

++ THEMENBILD ++ ZU APA0355 VOM 24.6.2026 - Illustration zum Thema "Pflege/Pflegepersonal/Pflegeheim/Krankenpflege/Gesundheitsbedienstete/Krankenhäuser/Geriatrie": Eine Person mit Rollator am Mittwoch, 24. Juni 2026, auf der Station für Akutgeriatrie und Remobilisation (AG/R) im Pflegewohnhaus Baumgarten in Wien. Die städtischen Wiener Pflegewohnhäuser erhalten eine neue Struktur. Vorgesehen ist eine Spezialisierung. Vier Standorte des Gesundheitsverbunds (Wigev) werden künftig als geriatrische Kliniken geführt, in denen schwer erkrankte ältere Menschen medizinisch versorgt werden. Die fünf anderen werden zu klassischen Pflegeeinrichtungen. Derzeit werden in den Anstalten oft beide Leistungen angeboten.

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