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Schwämme zählen zu einem der ältesten Tierstämme und leben seit hunderten Millionen von Jahren in allen Weltmeeren. Sie wachsen am Meeresboden, wo sie kontinuierlich enorme Mengen Wasser durch ihren Körper pumpen, um kleine Partikel aus dem Wasser herauszufiltern, von denen sie sich ernähren. Dabei beherbergen sie eine Vielzahl von Mikroben in ihrem Gewebe, die bis zu 35 Prozent des Gewichts eines Schwamms ausmachen können. Diese mikrobiellen Symbionten spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Schwämmen.
Einer dieser Partner sind Ammoniak-oxidierende Archaeen. Jahrzehntelang ging man davon aus, dass diese eine sehr eingeschränkte Ernährungsweise haben und Energie aus anorganischen Verbindungen wie Ammoniak gewinnen und dabei CO2 fixieren. Ein Team um Bettina Glasl und Katharina Kitzinger vom Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft (CeMESS) der Universität Wien wies nun anhand des Elefantenohrschwamms (Ianthella basta) und seines Ammoniak-oxidierenden Symbionten Nitrosospongia ianthellae experimentell nach, dass diese Mikroorganismen flexibler bei ihrem Speiseplan sind. Sie nutzen auch Aminosäuren wie Valin, Leucin und Isoleucin als zusätzliche Nahrungsquellen.
Weil diese Mikroben solche Aminosäuren nicht nur aufnehmen, sondern auch produzieren können, könnten sie deren Verfügbarkeit innerhalb ihres Wirts beeinflussen und etwa wichtige Signalmoleküle für den Schwamm regulieren. "Dies könnte eine Form der Kommunikation zwischen Mikroben und tierischen Wirten sein, deren Wurzeln tief in der Evolution liegen", so Glasl in einer Aussendung.
Service: Link zur Studie: https://doi.org/10.1126/sciadv.aef9450
