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Wartezeiten bei Physikalischer Medizin und Reha immer länger

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Physikalische Medizin hilft Menschen ihre Mobilität wiederzuerlangen
©APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose/Christin Klose
Physikalische Medizin und Rehabilitation (PMR) hat das Ziel, Mobilität und Selbstständigkeit von Menschen möglichst lange zu erhalten oder wiederherzustellen. Der durch eine alternde Gesellschaft stetig höhere Bedarf verursache bereits heute Wartezeiten, Tendenz steigend, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz der Fachgesellschaft in Wien: Die mediane Wartezeit sei von acht Tagen im Jahr 2012 auf 39 Tage im Jahr 2024 angewachsen.

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Eine Stichprobe in Wiener Vertragsinstituten und -ordinationen weise für Ende 2025 und Anfang dieses Jahres sogar eine durchschnittliche Wartezeit von 9,6 Wochen aus, führten die Fachleute der Österreichischen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation (ÖGPMR) aus. Wien verfüge über eine flächendeckende und gut erreichbare ambulante Versorgungsstruktur. Diese müsse jedoch mit dem Bedarf Schritt halten. "Ambulant vor stationär" könne nur funktionieren, wenn Patientinnen und Patienten ambulante Leistungen zeitgerecht erhalten, wurde Thomas Kienbacher, Facharzt für Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation im Rehab Zentrum Liesing, in einem Pressestatement zitiert.

Schon mehr als jeder Fünfte ist 65 Jahre oder älter. Gleichzeitig leben immer mehr Menschen über Jahre mit chronischen Erkrankungen. "Die entscheidende gesundheitspolitische Frage lautet deshalb nicht mehr nur: Wie behandeln wir Krankheiten? Sondern zunehmend auch: Wie verhindern wir, dass Krankheit dauerhaft zu Funktionsverlust, Pflegebedürftigkeit oder Verlust der Arbeitsfähigkeit führt?", sagte demnach ÖGPMR-Senior-Präsident Richard Crevenna.

Fast jede zweite Person über 75 Jahre habe Schwierigkeiten beim Stiegensteigen, rund 45 Prozent beim Gehen. Arthrose betrifft in dieser Altersgruppe rund 28 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen. Hinzu kommen chronische Rücken- und Nackenschmerzen, Muskelabbau, Gang- und Gleichgewichtsstörungen sowie ein steigendes Sturz- und Frakturrisiko.

Bis 2040 werde die Zahl der Über-65-Jährigen auf 2,46 Millionen steigen. Prävention von Immobilität, Muskel- und Bewegungstraining, Schmerztherapie sowie Sturzprävention würden gesundheitspolitisch immer wichtiger. Das gesundheitsökonomische Potenzial zeige ein aktuelles Hypothesenmodell zur Verkürzung von Krankenständen, das für 2024 einen potenziellen Kostendämpfungseffekt von bis zu 862 Millionen Euro pro Jahr durch verkürzte Arbeitsunfähigkeit ausweist, erläuterte Roland Celoud, stv. PMR-Bundesfachgruppen-Obmann in der Österreichischen Ärztekammer, laut Presseunterlage. Denn eine integrierte Versorgung könne Komplikationen reduzieren, frühere Entlassungen aus der Intensivstation und dem Spital unterstützen und langfristig Pflegebedürftigkeit verringern.

Telemedizin bringe die Rehabilitation stärker in den Alltag, Übungen könnten so auch zu Hause fachlich begleitet, Therapieverläufe kontrolliert und Patienten zwischen persönlichen Terminen kontinuierlicher betreut werden, bei gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen reduzierten Wegen. Sie könne ergänzend dazu beitragen, "dass das im Krankenhaus, in der Rehabilitation oder in der Ambulanz Erreichte auch zu Hause weitergeführt wird", so Christian Wiederer, ärztlicher Direktor des Klinikums am Kurpark Baden und Junior-Präsident der ÖGPMR. Die Angebote würden weiterentwickelt.

Zum Themendienst-Bericht vom 24. August 2021: Nach einer Verletzung oder Krankheit kann eine Reha die Genesung fördern. Das ist auch mit Blick auf die Erwerbstätigkeit wichtig.

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