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"Ötzi" bis Äthiopien - Anthropologe Horst Seidler 81-jährig gestorben

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Der Wiener Anthropologe Horst Seidler ist am 30. Dezember 2025 verstorben, wie der "Standard" online unter Berufung auf einen Nachruf der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien berichtet. Seidler zählte u.a. durch seine Studien an der Gletschermumie "Ötzi" oder seine Grabungen in Äthiopien zu den bekanntesten Vertretern seines Fachs. Mit der Uni Wien, wo er die Lebenswissenschaften-Fakultät und das Institut für Anthropologie leitete, war er stark verbunden.

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"Alle, die ihn kannten, würden sicherlich zustimmen, dass er eine der energiegeladensten und am positivsten gestimmten Personen in dem Forschungsfeld war", heißt es in der Würdigung seitens der Fakultät, der er von 2008 bis 2014 als Dekan vorstand. Der Anthropologe und Humanbiologe war neben seiner Forschungstätigkeit auch als Universitätslehrer und Vortragender vielen Studierenden ein Begriff.

Geboren am 26. Juli 1944 in Wien wurde Seidler im Jahr 1968 Assistent am Institut für Humanbiologie. Der 1979 habilitierte Forscher war viele Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter des Neuropädiaters Andreas Rett am Wiener Krankenhaus Rosenhügel. 1984 erhielt er eine Professur an der Uni Wien, 1992 wurde er korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Seidler setzte sich zunächst mit neurologischen Erkrankungen im Kindesalter, aber auch mit der äußerst unrühmlichen Rolle der Anthropologie im Nationalsozialismus auseinander und übte massive Kritik am "wissenschaftlich unhaltbaren Rassenbegriff". Ab 1991 leitete er ein wissenschaftliches Komitee, das die Forschung an der "Ötzi" genannten Eismumie koordinierte. In der Folge wandte sich Seidler der breiteren Erforschung von Mumien aus Peru oder Sibirien zu.

Im Jahr 2000 startete er eine in der Folge rund zehn Jahre andauernde Grabungskampagne österreichischer Forschender in einer davor weitgehend unerforschten Region in Äthiopien. Die Suche nach Überresten von Frühmenschen wurde in der TV-Dokumentation "Die Knochenjäger" einem breiteren Publikum vorgestellt. Der vielfach ausgezeichnete Anthropologe und Wissenschaftskommunikator knüpfte u.a. auch als Präsident der Österreichisch-Äthiopischen und der Österreichisch-Peruanischen Gesellschaft sowie als Honorarkonsul für Kultur und Wissenschaft Verbindungen.

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