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Gefunden wurde die Stadt am UNESCO-Welterbe Donaulimes von einem interdisziplinären Team an Forschenden. Beteiligt waren etwa das Forum Donaulimes, die Universität Innsbruck, GeoSphere Austria, Research Archaeology und die Landesarchäologien von Niederösterreich und Oberösterreich. "Für eine Siedlung, die im Umfeld einer Garnison von rund 500 Soldaten entstand, ist eine derart große und planvoll angelegte Stadt im gesamten Römischen Reich bislang ohne Vergleich", hieß es anlässlich einer Präsentation am Mittwoch. Als möglicher früherer Name der Stadt in Stein, einem Teil von St. Pantaleon-Erla, gilt Claudivium.
Die Funde der Siedlung an der Nordgrenze der römischen Provinz Noricum brechen laut den Angaben rund 180 n. Chr. schlagartig ab, was auf einen geordneten, geplanten Rückzug hindeutet. Damit eröffnet sich für Archäologen eine "Zeitkapsel". Die Forschungsergebnisse wurden digital visualisiert und rekonstruiert. "Zahlreiche Fragen zu Entwicklung, Funktion und Bedeutung des Fundortes können nur durch weiterführende Untersuchungen beantwortet werden", wurde festgehalten. Derzeit wird das Areal landwirtschaftlich genutzt. Wichtige Teile könnten ohne gezielte Untersuchungen und eine nachhaltige Unterstützung von Forschung und Denkmalpflege "unwiederbringlich verloren gehen", wurde gewarnt.
Der rund zehn Kilometer lange Abschnitt des römischen Donaulimes zwischen Enns (Oberösterreich) und St. Pantaleon-Erla (Niederösterreich) steht seit 2015 im Fokus eines interdisziplinären Forschungsnetzwerks. Seit 2021 zählt der Donaulimes von Bayern bis zur Slowakei zum UNESCO-Welterbe und ist Teil des Welterbe-Clusters "Grenzen des Römischen Reiches". Bereits Teil davon sind die Legionslager von Enns und Albing bei St. Pantaleon-Erla. Die nun entdeckten Strukturen besitzen das Potenzial, künftig in eine Erweiterung des UNESCO-Welterbes einbezogen zu werden, hieß es.