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Die auf drei Jahre abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen (LV) bilden seit 2007 das Herzstück der Finanzierung der 22 öffentlichen Unis. In diesen öffentlich-rechtlichen Verträgen wird zwischen den einzelnen Institutionen und dem Wissenschaftsministerium geregelt, wie viel Geld sie für Lehre, Forschung und Infrastruktur vom Bund bekommen und welche Leistungen sie im Gegenzug erbringen müssen. In der laufenden Leistungsvereinbarungsperiode (2025 bis 2027) hat das Ministerium auch mit der 2023 neu gegründeten Digital-Uni in Linz, der IT:U, erstmals eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen.
Über die Leistungsvereinbarungen bekommen die Unis ein Globalbudget, über das sie grundsätzlich frei verfügen können. Der Großteil wird jedoch nach bestimmten Indikatoren oder Zielwerten - etwa bei Prüfungsaktivität, Betreuungsverhältnissen, Forschungsbasisleistung - vergeben. Zusätzlich muss jede Uni mit dem Ministerium vereinbarte inhaltliche Ziele z.B. bei Personalentwicklung, Studierbarkeit oder Forschungsprofil erreichen. Neben den LV-Mitteln besteht das Gesamtbudget der Unis noch aus "speziellen Zuweisungen" zum Beispiel für Bauvorhaben oder den Klinischen Mehraufwand, der an den Uni-Kliniken die Mehrkosten durch Forschung und Lehre abdecken soll.
In der aktuellen Drei-Jahres-Periode wurde mit den Unis ursprünglich ein Gesamtbetrag von knapp 16,2 Mrd. Euro vereinbart, dabei sind 14,5 Mrd. für die Leistungsvereinbarungen der 22 in der Universitätenkonferenz (uniko) vertretenen Hochschulen reserviert. Die übrigen 1,8 Mrd. sind "spezielle Zuweisungen": Die größten Posten sind hier der Klinische Mehraufwand (633 Mio.), neu abgeschlossene Bauvorhaben (380), die Medizin-Fakultät in Linz (210), die Linzer IT:U (110 Mio.), Cybersecurity (45 Mio.) und 15 Mio. Anschubfinanzierung für das neue Psychotherapie-Masterstudium.
Das Geld für die Ärztegehälter an den Uni-Kliniken, die in allen sechs Leistungsvereinbarungsperioden davor stets aus dem Uni-Budget finanziert wurden, sollte diesmal eigentlich über alle drei LV-Jahre hinweg über eine "Überschreitungsermächtigung" und damit nicht aus dem Uni-Geldtopf finanziert werden. Die Vorgaben des Finanzministeriums für das nächste Doppelbudget brachten allerdings eine Planänderung: 2027 sind die Ärztegehälter in der Höhe von 90 Mio. Euro nun doch wieder direkt aus dem Uni-Budget zu bezahlen.
Die Empörung der Unis über die nachträgliche Umstellung war groß. Immerhin befürchten sie nicht nur Einschnitte in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode, sondern mussten im aktuellen Drei-Jahres-Budget bereits andere Kürzungen verdauen: Schon Anfang 2025 lieferten sie einen "Solidarbeitrag" von 129 Mio. Euro zur Budgetkonsolidierung ab. Für 2026 und 2027 haben sie auf 121 Mio. aus ihrem Budget verzichtet und so den Abschluss des FTI-Pakts (Forschung, Technologie, Innovation) ermöglicht, wobei das Geld über Projekte des Wissenschaftsfonds FWF vollständig wieder an die Unis zurückfließt.
Dass das Uni-Budget innerhalb der Leistungsvereinbarungsperiode schrumpft, ist eine Premiere. Weil das vereinbarte Budget trotz deutlicher Zuwächse nicht gereicht hat, gab es in der Vergangenheit aus aktuellen Anlässen immer wieder Zuschläge. 2010 wurde nach den Studentenprotesten vom Ministerium Geld aus der "Notfallreserve"nachgeschossen, ein andermal wurde über Gewinne der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) aus Uni-Mieten früherer Jahre das Baubudget nachträglich aufgestockt. Extrageld aus der "Ministerreserve" gab es auch für den Start des Uni-Kollektivvertrags und die Anhebung der Ärztegehälter an den Uni-Kliniken. Erst 2023 hat das Ministerium als Teuerungsausgleich zusätzliches Geld aus seinen Rücklagen überwiesen.
Das Uni-Budget für die Jahre 2028 bis 2030 muss bis spätestens 31. Oktober feststehen, die Regierung hat eine Entscheidung bei ihrer Klausur im Herbst angekündigt. Fix ist schon jetzt, dass Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) 2028 in ihrem Ressort, wo die Unis der bei Weitem größte Posten sind, insgesamt 190 Mio. Euro einsparen muss. Über die Drei-Jahres-Periode strebt die Ministerin insgesamt trotzdem ein Plus an.
Die Rektorinnen und Rektoren befürchten wegen der Doppelbudget-Zahlen allerdings unterm Strich ein Minus. Bei Demos haben sie gemeinsam mit Studierenden- und Personalvertretung vor Konsequenzen wie Postenabbau, schlechteren Studienbedingungen und Rückschritten bei Forschung und Wettbewerbsfähigkeit gewarnt. Für die uniko sind 18 Mrd. Euro für die Jahre 2028 bis 2030 nötig, um das aktuelle Budget (16,2 Mrd. plus 300 Mio. für die Ärztegehälter) zumindest an die erwartete Inflation anzupassen.
++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "Geld / Geldscheine / Münzen / Euro / Finanzen / Finanzieren / Sparen / Ausgeben / Schulden / Budget / Haushaltsbudget" - Euro Geldscheine und Euro Münzen aufgenommen am Mittwoch, 12. November 2025.






