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Wie Vorhofer berichtete, zeigten sämtliche Wettermodelle, dass sich auch im Laufe des Jahres keine Entspannung bezüglich Temperaturen und Niederschlagen anbahne. Einzig der November dürfte ein Ausreißer sein. Insgesamt sei bis Weihnachten aber mit keiner Entspannung zu rechnen.
Sorgen um die Trinkwasserversorgung muss man sich laut Vorhofer, der als Regierungsberater für nationale Sicherheit und Krisenvorsorge fungiert, nicht machen, auch wenn 90 Prozent der Messstellen sehr niedrige Grundwasser-Stände aufwiesen. Punktuelle Engpässe könnten daher in einzelnen Gemeinden auftreten, doch seien die mit Ausgleichsmaßnahmen in Griff zu bekommen. Dennoch riet der Krisenkoordinator: "Wer immer Wasser sparen kann, möge das bitte tun." Dies gelte vor allem für Außenbereiche.
Auch die Energie-Sicherheit ist für Vorhofer weiter gegeben, wiewohl einzelne Kraftwerke wegen Problemen mit fehlendem Kühlwasser gar nicht oder nur zum Teil zum Einsatz kommen können. Als besonders hilfreich erweist sich derzeit die Photovoltaik. "Mittelfristig" seien daher keine Probleme zu erwarten. Punktuell könnte man sogar in Nachbarländern aushelfen.
Stark von der Trockenheit betroffen ist die Landwirtschaft. Wörtlich sprach Vorhofer von einer "historischen Belastungsprobe". Eine unterdurchschnittliche Ernte sei zu erwarten, die Gesamtproduktion werde den Vorjahreswert deutlich unterschreiten. Daher empfiehlt er auch Hilfen für die Landwirtschaft. Zinslose Kredite wären da eine Möglichkeit, erklärte der Koordinator auf Nachfrage.
Weiter gegeben ist die Gefahr von Waldbränden, die aktuell "extrem hoch" sei. Vorhofers Appell: "Bitte kein Feuer im Wald." In Österreich gebe es 150 bis 300 Brände jährlich, von denen 85 Prozent durch den Menschen verursacht seien. Die Gefahr, dass auch Siedlungsgebiete betroffen sein könnten, werde dabei immer größer.
Insgesamt zeigt sich Vorhofer trotz der Herausforderungen ernst, aber einigermaßen zuversichtlich. Die Lage sei punktuell sehr herausfordernd, gesamtstaatlich stabil, jedoch mittelfristig anstrengend. Schließlich erlebe Österreich bereits die dritte Hitzewelle dieses Jahres und man habe mit einer Trockenheit zu kämpfen, die bereits nach dem Hochwasser 2024 ihren Ausgang genommen habe.
Grünen-Chefin Leonore Gewessler kritisierte in einer Aussendung, dass man Regierungsmitglieder bei diesem Krisengipfel vergeblich gesucht habe und die Beamtenebene anrücken musste. "Unser Land ist ausgetrocknet - die Menschen leiden unter der Hitze, wir erleben dramatische Waldbrände, Bauern müssen ihr Vieh schlachten, weil das Futter nicht mehr reicht. Aber die Bundesregierung ist einfach abgetaucht und erscheint nicht einmal zu ihrem eigenen Krisengipfel", sagte sie.
Der WWF Österreich wertete die im Anschluss an den Hitzegipfel präsentierten Einschätzungen als klare Handlungsempfehlung an die Bundesregierung. Um langfristig gegen die Klimakrise gewappnet zu sein, müssten schon heute Maßnahmen getroffen werden. "Wenn wir jetzt zögern, wird sich die Klimakrise und ihre Folgen weiter verschlimmern", so deren Repräsentantin Viktoria Auer. Der WWF forderte zudem ein Klimaschutzgesetz, Energieeffizienzgesetz und eine naturverträgliche Energiewende als auch eine Naturschutz-Offensive.
Jasmin Duregger von Greenpeace sah Österreich im Notstand: Wälder brennen, "Menschen sitzen in unzumutbaren Hitzewohnungen und Wasserstände sinken so dramatisch, dass sogar Kraftwerke abgeschaltet werden müssen. Doch statt jetzt rasch Maßnahmen zu setzen, begnügt sich die Regierung mit einem Lagebericht." Sie müsse jetzt anpacken, das Klimagesetz verabschieden, Mietminderung bei unzumutbarer Hitze beschließen und endlich das angekündigte Grundwasser-Entnahme-Register einführen, meinte sie.
