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Tiroler Mediziner testen App für Herzinfarkt-Nachsorge

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Klinische Studie soll 2027 starten
©APA/MUI
Die Med Uni Innsbruck entwickelt gemeinsam mit zwei bayerischen Einrichtungen, dem Herzzentrum der Klinik Füssen und dem Universitätsklinikum Augsburg, eine personalisierte App für die Herzinfarkt-Nachsorge. Im Rahmen des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts "Tele Alpine" sollen Risikofaktoren erfasst und Betroffene digital sowie telemedizinisch begleitet werden, hieß es seitens der Med Uni. Zudem sei eine klinische Studie an allen drei Standorten ab 2027 geplant.

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"Mehr als die Hälfte der Herzinfarktpatientinnen und -patienten erreicht ein Jahr nach dem überstandenen Infarkt die empfohlenen Zielwerte für Blutdruck, Cholesterin oder Blutzucker nicht", betonte der Kardiologe Sebastian Reinstadler. Gründe dafür seien unter anderem unregelmäßig eingenommene Medikamente, verspätete Anpassungen der Therapie und ein mit der Zeit abnehmender Kontakt zur medizinischen Betreuung. In Grenzregionen würden darüber hinaus "das nicht immer reibungslose Zusammenspiel" unterschiedlicher Gesundheitssysteme und im ländlichen Raum eine geringere fachärztliche Versorgung hinzukommen.

Gemeinsam mit seinem Team in Innsbruck ist Reinstadler nun maßgeblich für die Umsetzung der personalisierten Gesundheits-App verantwortlich. "Wer nach einem Herzinfarkt alle wesentlichen Risikofaktoren optimal einstellt, kann eine normale Lebenserwartung erreichen - vergleichbar mit der von Menschen, die nie einen Herzinfarkt hatten", verwies der Mediziner auf das große Potenzial gesundheitlicher Nach- bzw. Vorsorge.App erfasst Risikofaktoren

Die App soll laut Reinstadler bis zu zehn individuell ausgewählte Risikofaktoren erfassen. Dazu gehörten unter anderem Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker, körperliche Aktivität, Rehabilitationsmaßnahmen und der Impfstatus. Die Anwendung werde bereits während des stationären Aufenthalts eingerichtet - zusätzlich könnten Patientinnen und Patienten Werte selbst eintragen, Laborbefunde hochladen und ihre gesundheitliche Entwicklung verfolgen.

Ab 2027 sollte das Projekt dann im Rahmen einer klinischen Studie wissenschaftlich evaluiert werden, wurde angekündigt. Die klassische Standardversorgung werde dabei mit zwei Formen der digitalen Begleitung verglichen: Eine erste Teilnehmergruppe erhalte die Standardversorgung ohne digitale Unterstützung, eine zweite nutze nur die App und bei einer dritten Gruppe werde die App mit zusätzlicher telemedizinischer Betreuung kombiniert - also Selbstdokumentationen plus Arztgespräche und Beratung.

Langfristig ziele das Projekt darauf ab, an die österreichische Elektronische Gesundheitsakte ELGA und das entsprechende deutsche System angebunden zu werden, erklärte Reinstadler. Koordiniert werde das Projekt indes vom Herzzentrum der Klinik Füssen, mit der Tirol seit rund 20 Jahren ein grenzüberschreitendes Herzinfarkt-Netzwerk aufbaut und über das auch Patienten aus dem Tiroler Außerfern versorgt werden.

INNSBRUCK - ÖSTERREICH: FOTO: APA/MUI

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