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Tiroler Forscher wollen Rätsel um akute Bergkrankheit lösen

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Tiroler Forscher wollen die akute Bergkrankheit genauer bestimmen
©APA/APA/THEMENBILD/GEORG HOCHMUTH
Wissenschafter der Medizinischen Universität Innsbruck und der Universität Innsbruck wollen mit einer Übersichtsarbeit dazu beitragen, das Rätsel um die sogenannte "akute Bergkrankheit" zu lösen. Deren Diagnose sei nämlich bisher auch deshalb oft schwierig, weil es sich wohl nicht um eine einheitliche Erkrankung handle, sondern mehrere Subtypen existierten. Auch zusätzliche Biomarker könnten zur Diagnose-Präzisierung beitragen, erklärten die Forscher im APA-Gespräch.

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Symptome, wie etwa Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen, die auf eine "akute Bergkrankheit" hinwiesen, würden bei schnellem Aufstieg bei rund zehn Prozent aller nicht an die Höhe akklimatisierten Personen auftreten. Und dies meist ab einer Höhe von rund 2.500 Metern, erklärte Sportwissenschaftler Johannes Burtscher, Erstautor des wissenschaftliche Manuskript mitverfasst hat. Ebenjenes, an dem auch Wissenschafter der Eurac Research in Bozen und der Universität Lausanne beteiligt waren, ist kürzlich im renommierten Fachmagazin "Redox Biology" erschienen. Das "Einüben der Akklimatisierung an die Höhe" sei zwar grundsätzlich möglich, was den "Bergkrankheit-Prozentsatz" schließlich drastisch reduzieren würde, dennoch bliebe die Diagnose schwierig. Viele Studien kämen jedenfalls zu "unterschiedlichen Ergebnissen", so Burtscher.

Unter Umständen handle es sich auch um "Kategorie-Fehler", meinte der Forscher. Es gebe höchstwahrscheinlich aggressivere Formen oder auch solche Formen der akuten Bergkrankheit, die rascher als andere auftreten würden. "Für gewöhnlich tritt eine 'akute Bergkrankheit' ab vier Stunden nach einem Beginn eines Höhenaufenthalts auf", führte Burtscher aus. Normalerweise "vergeht" die Krankheit auch nach ein bis zwei Tagen wieder, fügte er hinzu. Bei weiterem Aufstieg könne allerdings in manchen Fällen "Todesgefahr" drohen.

Umso wichtiger sei jedenfalls eine genaue Bestimmung des jeweiligen Krankheitsbildes. Allen möglichen "Subtypen" gemein, seien die bereits genannte Symptome wie Schwindel, führte Burtscher aus. Diese Symptome würden aber auch zum Teil auf gänzlich andere Krankheiten zutreffen, etwa auf eine Angsterkrankung oder einen Magen-Darm-Infekt. Außerdem beruhe die Diagnose gegenwärtig häufig auf Fragebögen und damit auf "Selbstauskunft" von unter Umständen betroffenen Personen. Wissenschafter hätten dann lediglich eine "Kontextualisierung" zu leisten um damit eine möglichst treffende Diagnose zu stellen.

Zusätzliche "Biomarker" könnten allerdings sowohl zu einer Ausdifferenzierung der Subtypen der "akuten Bergkrankheit" beitragen als auch letztlich eine Möglichkeit bieten, "Behandlungen zu personalisieren", strich eine weitere Autorin des Manuskripts, die Direktorin der Universitätsklinik für Psychiatrie II an der Medizinischen Universität Innsbruck, Katharina Hüfner, heraus: "Biomarker sind hier beispielsweise molekulare Veränderungen von Proteinen oder Stoffwechselprodukte, die im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten und Körpergeweben festgestellt werden."

Auch Einflüsse von mentalem Stress oder des Alters der Person auf die Symptomatik und schließlich auf das Krankheitsbild müssten noch genauer erforscht werden. Daraus würde sich schließlich bestenfalls die Möglichkeit ergeben, "komplexe Wechselwirkungen" zu bestimmen und "individuelle Risikoprofile zu erstellen", hob die Medizinerin hervor.

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