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Stundenentfall an Schulen wegen Hitze kein Breitenphänomen

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Nur vereinzelt hitzebedingter Unterrichtsentfall an Schulen
Österreichs Schulen gehen unterschiedlich mit der Hitze um. Neben Ventilatoren und Unterricht im Freibad nutzen einige Schulen die Möglichkeit, den Unterricht hitzebedingt zu verkürzen. Ein Breitenphänomen scheint das aber nicht zu sein. Zahlen lagen nicht vor, weil die 6.000 Schulen autonom über Unterrichtsanpassungen entscheiden. Die Bildungsdirektionen wiesen bei einem APA-Rundruf auf die Optionen hin. Grundsätzlich "hitzefrei" gibt es nicht, wurde betont.

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"Wir haben derzeit zahlreiche Provisorien, um die Situation erträglich zu machen", so der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Paul Kimberger (FCG), und sprach von einer "Ausnahmesituation", in der den Schulen möglichst viel Autonomie zugestanden werden müsse. Er berichtete von einer Klasse in Oberösterreich, wo dank Glasfront die Temperatur auf 41 Grad stieg. Andernorts sei der Schulwart um fünf Uhr früh zur Stelle, um zu lüften. Man behelfe sich mit Ventilatoren und Unterrichtsverlegung ins Schwimmbad. Über ein gesetzliches "hitzefrei" könne man diskutieren, aber "generell brauchen wir endlich klimafitte Schulen". So brauche es Änderungen beim Schulbau, etwa keine "Glaspaläste" mehr. Lüftungs- und Kühlgeräte seien schon während der Pandemie versprochen worden. "Passiert ist nichts", kritisierte er einmal mehr.

Teilweise haben Schulen in den vergangenen Tagen mit dem Angebot reagiert, die Kinder ein paar Stunden früher aus der Schule zu entlassen. Möglich ist das allerdings nur, wenn die Betreuung derer sichergestellt ist, die nicht früher gehen wollen, wurde in der Wiener Bildungsdirektion gegenüber der APA betont. Den Unterricht gänzlich entfallen lassen können die Schulen nicht. Im Schulunterrichtsgesetz ist nicht einmal für Bildungsministerium oder die Länderbehörden eine entsprechende Möglichkeit vorgesehen, immerhin gilt eine Betreuungspflicht. Schulfrei kann grundsätzlich nur bei "Unbenützbarkeit des Schulgebäudes" gegeben werden.

Salzburgs Bildungsdirektor Rudolf Mair verwies gegenüber der APA auf den Hitzeschutzplan des Landes. Aufgrund der spürbaren Klimaerwärmung hielt er eine Vorverlegung der Sommerferien um rund drei Wochen für überlegenswert, ebenso wie etwa die Wiener Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS). Hitzefrei zu geben falle nicht unter die Schulautonomie, sagte Mair. Er appellierte an den Hausverstand, Schulleitungen können die Organisation des Unterrichts flexibel gestalten. Um einen Hitzenotfallplan für Schulen zu erstellen, müsste man das Gespräch mit dem Ministerium und den Schulerhaltern suchen.

Die "Aktion kritischer Schüler_innen" in Salzburg hatte am Mittwoch "hitzefrei" gefordert und dabei auf die Regelung in Deutschland verwiesen, wo Schulleitungen diese Möglichkeit ab einer Raumtemperatur von über 27 Grad Celsius offensteht. Mairs Linie wäre das nicht: "Wir sind verantwortlich dafür, dass Bildung vermittelt und erworben wird." Zudem gab er zu bedenken, dass Schülerinnen und Schüler, vor allem an Volksschulen, in diesem Zeitraum auch eine Betreuung benötigten.

"Wir haben heuer ein sehr langes Schuljahr und die Hitzewelle kommt sehr früh, daher ist ein Angebot zu einer früheren Entlassung an Vorarlberger Schulen ein größeres Thema als in anderen Jahren", beschrieb Elisabeth Mettauer von der Vorarlberger Bildungsdirektion die Lage. Vereinzelt entfiel der Unterricht am Nachmittag. Wichtig sei, dass bei Bedarf die Betreuung aufrecht bleibe, betonte auch sie. Grundsätzlich müssten Schulen zuerst alle anderen Maßnahmen zu Anpassungen nützen, ein temperaturbedingt früherer Schulschluss sei das "allerletzte Mittel". Bei baulichen Anpassungen seien die unterschiedlichen Erhalter ein Problem, bei Umbauten werde Hitzeschutz heute stärker mitgedacht.

Von Niederösterreichs Bildungsdirektion wurde auf Anfrage auf die Autonomie der Schulen hingewiesen. Einen allgemeinen Trend über die Nutzung der bestehenden Möglichkeiten könne man nicht beurteilen, denn: "Die Bildungsdirektion hat keine Informationen über die Anzahl der autonomen Entscheidungen an den Schulen." Gehandelt werden soll jedenfalls an Ort und Stelle. "Die Schulleitungen wissen am besten, wie mit Unterrichtsverlegungen an andere Orte (dislozierter Unterricht) oder andere Bereiche des Schulgebäudes der Unterricht aufrechterhalten werden kann. Jedenfalls ist die notwendige Aufsichtspflicht sicherzustellen." Ein Entfall von Unterrichtsstunden stelle die letzte Möglichkeit dar, "um die Gesundheit der handelnden Personen nicht zu gefährden".

Bei der Bildungsdirektion Steiermark sprach man von vereinzelten Fällen früheren Unterrichtsendes am Nachmittag, von denen man Kenntnis erlangt habe. Aber es sei kein "Breitenphänomen", sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Die Grazer KPÖ forderte in diesem Zusammenhang einen Hitze-Kataster für Grazer Schulen. Die steirische Bildungsdirektion habe laut Gemeinderat Christopher Fröch zuletzt alle Schulleitungen aufgefordert, organisatorisch flexibel auf die Hitzewelle zu reagieren". Schulen "hitzefrei" zu geben, sei bisher aber noch kein Thema gewesen. "Als Schulerhalterin trägt die Stadt Graz Verantwortung für die Gebäude und die baulichen Rahmenbedingungen an ihren Schulstandorten. Um Investitionen in Beschattung, Begrünung, Lüftung oder andere Maßnahmen gezielt dort setzen zu können, wo der Bedarf am größten ist, braucht es zunächst eine fundierte Datengrundlage", sagte Fröch.

Eine Statistik über den Umgang einzelner Schulen mit Hitze existiere nicht, hieß es auch bei der Tiroler Bildungsdirektion. Die Entscheidung darüber liege in den Händen der Schulleitung. Indes habe man den Schulen am Mittwoch Unterlagen zukommen lassen, in denen Optionen aufgezeigt werden. Darin werden neben der gegebenenfalls nötigen Auflösung des stundenplanmäßigen Unterrichts frühes Lüften, konsequentes Beschatten und die Verlagerung des Unterrichts in kühlere Bereiche empfohlen. Auch sollen Schüler an eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr erinnert und Anstrengungen bei Hitze vermieden werden. Auch bei Prüfungen müsse abgewogen werden, was zumutbar sei. Die Tiroler Bildungsdirektion empfahl ein Vorgehen mit "Augenmaß, pädagogischer Verantwortung und organisatorischer Flexibilität". Angepasstes Verhalten empfahl ihren Schulen ebenso die Bildungsdirektion Oberösterreich. Das Wohl der Schülerinnen und Schüler und die Aufrechterhaltung eines geordneten Unterrichtsbetriebs stünden im Mittelpunkt, hieß es.

In Kärnten gebe es keine Schulen, die "hitzefrei" haben, teilte die Bildungsdirektion auf Anfrage mit. "Vereinzelt" gebe es Nachfragen von Eltern oder Schülerinnen und Schülern zum Thema bzw. vonseiten des Lehrpersonals zu den rechtlichen und schulischen Rahmenbedingungen sowie zu Möglichkeiten für Maßnahmen gegen die Hitze. Auch im Burgenland waren auf Anfrage keine Schulen bekannt, die temperaturbedingt früher schlossen.

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