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Lücken bei Ferienbetreuung für Behinderte, Ruf nach Schutzmaßnahmen

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Feriencamps: Zahlreiche Forderungen vor Sommerbeginn
Vor den bevorstehenden Sommerferien hat die Behindertenanwaltschaft auf "gravierende Lücken" in der Betreuung von Kindern mit Behinderungen aufmerksam gemacht. Es fehle an "ausreichenden inklusiven und leistbaren Betreuungsangeboten", betonte Behindertenanwältin Christine Steger am Donnerstag. Generelle Forderungen zum Kinderschutz bei Ferienlagern, Camps und anderen Übernachtungssituationen erhoben zahlreiche Organisationen sowie die Kinder- und Jugendanwaltschaften.

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Steger verwies darauf, dass für Kinder mit Behinderungen Ferienprogramme, Camps und Betreuungseinrichtungen häufig nicht zugänglich oder schlicht nicht vorhanden sind. "Die Ferienzeit wird für viele Eltern von Kindern mit Behinderungen zu einer enormen Belastung. Sie müssen Urlaub, Pflegeteilzeit und improvisierte Lösungen kombinieren, weil es kein verlässliches Betreuungsangebot gibt. Das ist keine Einzelsituation, sondern ein strukturelles Versagen, das Familien Jahr für Jahr aufs Neue trifft", sagte die Anwältin für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen in einer Aussendung.

Berichte aus der Beratungspraxis der Behindertenanwältin würden ein "wiederkehrendes Muster" zeigen: "Eltern, vor allem Mütter, reduzieren ihre Erwerbstätigkeit oder nehmen unbezahlten Urlaub, um die Betreuung ihrer Kinder in den Ferien sicherzustellen", so Steger. Wo Angebote bestehen, seien diese oft regional sehr ungleich verteilt, kurzfristig ausgebucht oder mit hohen Kosten verbunden. Dort, wo Ferienbetreuung grundsätzlich verfügbar ist, würde es vielfach an den notwendigen personellen und räumlichen Voraussetzungen mangeln, um Kinder mit Behinderungen tatsächlich aufzunehmen.

Steger nannte etwa Assistenz, bauliche Barrierefreiheit oder geschultes Personal - dies sei die Ausnahme statt die Regel. "Damit werden Kinder mit Behinderungen faktisch von einem Angebot ausgeschlossen, das anderen Kindern selbstverständlich zur Verfügung steht." Sie fordert daher einen bedarfsgerechten Ausbau inklusiver Ferienbetreuungsangebote in allen Bundesländern, ausreichende finanzielle Mittel und Personalressourcen für Assistenz und Begleitung von Kindern mit Behinderungen sowie einheitliche Qualitäts- und Barrierefreiheitsstandards für Ferienbetreuungseinrichtungen.

Auf das Thema Kinderschutz im Zusammenhang mit der Ferienbetreuung machten am Donnerstag zahlreiche Organisationen - darunter etwa die Kinderfreunde, die Pfadfinder, oder die katholische Jungschar - sowie die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs aufmerksam. In einer gemeinsamen Aussendung empfahlen die Organisationen strukturelle Maßnahmen für den Kinderschutz.

Gefordert werde eine gesetzliche Verpflichtung zu Kinderschutzkonzepten für Ferienlager und andere mehrtägige Angebote mit Übernachtung, betonte die Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs, Martina Erlacher, laut kathpress. "Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt - auch und besonders bei Ferienlagern", sagte sie. Damit Kinderschutzmaßnahmen flächendeckend umgesetzt werden könnten, brauche es "klare gesetzliche Rahmenbedingungen durch die Bundesregierung". Nötig seien u.a. verpflichtende Kinderschutzkonzepte für alle Anbieter von Ferienlagern und Camps, die Bekanntgabe von Kinderschutzbeauftragten und externen Beschwerdestellen sowie Qualitätssicherung.

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