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Spielkonsolen für Kinder: Was Eltern wissen müssen

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Kinder sollten im Spiel nur Dingen begegnen, die sie nicht überfordern
©APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose/Christin Klose
Sie landen in Wohnzimmern, aber auch in vielen Kinderzimmern: Spielkonsolen sind bei kleinen und großen Menschen durchaus beliebt. Was machen Eltern, wenn das eigene Kind sich auch eine Konsole wünscht? Und: Welche Konsole ist die richtige? Eins vorweg: Manchmal braucht es gar kein neues Gerät, damit die Kinder zocken können - ein günstigeres Online-Abo reicht vielleicht auch.

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Häufig wird hier Nintendos Konsole Switch genannt. Für sie gibt es viele kindgerechte Spiele. Die Alterseinstellungen kann man leicht selbst festlegen. Die Switch lässt sich außerdem einfach bedienen und kann auch ohne monatliche Abonnements und dauerhafte Internetanbindung gut genutzt werden. Ein weiterer Aspekt, der die Switch für Kinder einsteigerfreundlich macht: Sie hat ein eigenes Display und kann auch ohne angeschlossenen Fernseher benutzt werden - auch unterwegs. Einige angesagte Titel werden ältere Kinder und Jugendliche bei der Switch jedoch nicht finden. Die wirklich großen Spiele gibt es nur auf Playstation, Xbox oder dem PC.

Auch der Spielekatalog von Apple Arcade hält viele eher kleine und auf Kreativität ausgerichtete Spiele bereit. Käufe innerhalb der Spiele oder kritische Datenerfassung, Chats und Co. gibt es nicht. Weil Arcade nicht an eine Konsole gebunden ist und die Spiele auch auf älteren Apple-Geräten laufen, können Kinder notfalls auch auf einem ausrangierten iPhone oder iPad spielen.

Juristin Iwona Husemann zeigt Fallstricke bei Privatverkäufen oder Angeboten auf Verkaufsportalen auf. Ihr Ratschlag: Lieber beim Händler kaufen. Dann hat man auch Garantie und Gewährleistung. Wer die Spielgeräte nicht im Geschäft, sondern online kauft, sollte ein wenig Zeit in den Preisvergleich stecken.

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Kauf einer gebrauchten Konsole. Aber: "Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu stark überteuert kaufen", sagt Husemann. Bei Privatkäufen kann aber sämtliche Haftung für Mängel sowie Gewährleistung und Garantie ausgeschlossen sein. Das ist legal. Schlau ist, wer hier mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin die Abtretung von Garantie und Gewährleistung vereinbart. Die Juristin rät zu einer Formulierung, die vorsieht, dass "alle Rechte aus dem Kaufvertrag an den Käufer abgetreten werden". Am besten ist auch die Rechnung oder der Kassenbon dabei. Dann kann man sich bei technischen Problemen an den ursprünglichen Händler wenden.

"Bis drei, vier Jahre sollen die Kinder eigentlich mit allen Sinnen die Welt erleben und erfahren", sagt die Medienpädagogin Iren Schulz von der Initiative "Schau hin! Was dein Kind mit Medien macht". Das heißt: nicht digital. "Bildschirme sollten schon etwas Besonderes und eingegrenzt sein." Deswegen nennt Schulz das Grundschulalter als Orientierungspunkt. Ab dann kann man überlegen, ob ein Kind eine eigene Spielkonsole haben soll - oder eine vorhandene mit eigenem Nutzerkonto mitbenutzt.

Das kommt auf das jeweilige Kind an, sagt Schulz. Sie nennt etwa den Umgang mit technischen Geräten. Ein positiver Zugang zu Technik könne zum Beispiel später im Beruf hilfreich sein.

Der Spielforscher Prof. Jens Junge vom Institut für Ludologie bewertet Videospiele ähnlich wie andere Spiele auch: Je mehr und unterschiedlicher Kinder spielen, umso besser lernen sie sich selbst kennen. Und desto besser kommen sie später mit unterschiedlichen Situationen klar, auch in einem digitalen beruflichen Umfeld.

Folgendes lernen Kinder beim Spielen:

Gemeinsam spielen kann auch Freunde oder Familienmitglieder einander näherbringen, sagt Iren Schulz. Im Verlauf eines Spiels erzählen Kinder vielleicht mehr über ihren Alltag. Oder die Eltern erhalten einen Einblick, wofür sich die Kinder interessieren.

Drei mögliche Nachteile sind im Blick zu behalten:

1. Zu große Begeisterung für Konsolen und Spiele kann zu Uferlosigkeit führen. Es besteht also die Gefahr, dass die Kleinen nur noch am Bildschirm hocken. Iren Schulz sagt aber: "Kinder, die in ihrem familiären Umfeld gut eingebunden sind und ein offenes Verhältnis zu ihren Eltern haben, kippen selten in eine Mediensucht." Wenn sich ein Kind mal eine Zeit lang extrem für ein Spiel begeistere, sei das ganz normal.

2. Ein weiterer Aspekt ist Geld: Spielkonsolen kosten eine Menge. Häufig kommen nach der Anschaffung und den Ausgaben für die Spiele noch weitere Kosten für Online-Dienste hinzu. Das kann Familienbudgets schnell ziemlich strecken.

3. Unerwünschte Kontakte Über die Onlinefunktionen mancher Konsolen und Spiele können Kinder mit anderen Menschen in Kontakt kommen. Das kann spannend und gewinnbringend sein. Aber nicht alle Menschen wollen den Kindern auch Gutes, warnt Pädagogin Schulz.

"Eine Familie braucht bildschirmfreie Zeiten", sagt Iren Schulz. Sonst könne man den Kindern schlecht vermitteln, dass sie nicht ewig auf den Fernseher oder das Smartphone schauen sollen.

Bei der Länge der Bildschirmzeit nennt Schulz die allgemeinen Empfehlungen der Initiative "Schau hin!":

Keine einfache Frage. Iren Schulz formuliert einen Leitsatz: Die Kinder sollten im Spiel nur Dingen begegnen, die sie nicht überfordern. Das können gleich mehrere Dinge sein:

Je jünger das Kind, umso simpler das Spiel. Bei jüngeren Kindern setzen Eltern den Fokus eher auf Spiele, die Motorik, Kombinationsgabe oder Kreativität fördern. Und lieber auf geschlossene Spiele mit überschaubaren und in sich geschlossenen Aufgaben, statt auf riesige offene Spielewelten.

Alle vorgestellten Konsolen haben Jugendschutzeinstellungen. Hier können Eltern - mal mehr, mal weniger detailliert - einstellen, was die Kinder mit den Geräten tun können und was nicht. Das geht entweder im Menü der Konsolen oder über entsprechende Apps. Oder über die Konteneinstellungen. Es kommt auf den Hersteller an.

Über die Einstellungen lassen sich etwa...

Sich in den Einstellungen zurechtfinden, die richtige App finden und einrichten oder ein Kinderkonto für einen Spieledienst eröffnen und konfigurieren - das kann für die Eltern mühsam sein. Die Spielkonsolen sind beim Kauf nicht fertig. Über Updates gibt es immer wieder neue Funktionen - und manchmal auch neue Jugendschutzoptionen. Man muss dranbleiben.

Technische Einschränkungen hält Iren Schulz aber nur für jüngere Kinder für den richtigen Weg. Bei älteren Kindern muss man mehr auf Verständnis und Information setzen. "Verhandeln, auf Einsicht setzen, auch mal auf den Tisch hauen", sagt sie.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose/Christin Klose

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