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RSV-Immunisierung von Kindern reduziert Hospitalisierungen deutlich

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74 Prozent weniger Klinikaufenthalte im ersten Lebensjahr
©APA, dpa, Marijan Murat
Die seit Ende 2024 kostenlose passive Immunisierung von Neugeborenen gegen RSV hat die Hospitalisierungen von Kindern bis zwei Jahren mit dem Virus rund um die Hälfte reduziert. Das berichteten Maria Paulke-Korinek vom Gesundheitsministerium und der Kindermediziner Reinhold Kerbl der APA. Von Oktober bis März auf die Welt kommende Kinder erhalten die Immunisierung diese Saison wieder auf der Geburtenstation, heuer seit April geborene Babys ab Oktober bei ihrem Kinderarzt.

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Verglichen zur Saison 2023/24 gab es in Österreich 2025/26 bei Babys bis zu zwölf Monaten 74 Prozent weniger Spitalsaufnahmen mit RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus). Bei 13 bis 24 Monate alten Kindern waren es minus 21 Prozent, erläuterte Paulke-Korinek, Leiterin der Abteilung Impfwesen im Ministerium. Das sind insgesamt 1.740 Spitalsaufnahmen weniger als in der RSV-Saison zwei Jahre zuvor. Paulke-Korinek verwies jedoch auf starke saisonale Schwankungen des Virus. "Je jünger Kinder sind, desto eher macht RSV eine schwere Symptomatik", betonte Kerbl bei dem vom Pharmakonzern Sanofi initiierten Hintergrundgespräch.

Das ist das Ergebnis davon, dass die passive Immunisierung - eine Spritze mit Antikörpern - laut Kerbl von den Eltern sehr gut angenommen wird. Genaue Zahlen gibt es nicht, da Neugeborene noch keine Sozialversicherungsnummer haben und die Immunisierungen deshalb nicht gleich in den E-Impfpass eingetragen werden können. Die Beteiligung auf den Geburtenstationen liege aber je nach Krankenhaus und Bundesland bei 75 bis 90 Prozent, wusste der Generalsekretär der Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) zu berichten. Bei den niedergelassenen Kinderärzten sei die Beteiligung der von April bis September geborenen Kinder mit 50 bis 65 Prozent noch nicht zufriedenstellend.

"Man darf nie zufrieden sein, Optimierungsbedarf gibt es immer", sagte auch Paulke-Korinek. Die Akzeptanz der RSV-Immunisierung für Babys in Österreich sei aber "außerordentlich gut" und die Österreicher nicht unbedingt "Impfmuffel", sondern je Impfung unterschiedlich. Auch die seit November 2025 ab 60 Jahren kostenlos erhältliche Gürtelrose-Impfung wird mit "extrem guter Akzeptanz" rasch verimpft, betonte Paulke-Korinek.

"Wir nehmen uns viel Zeit im Spital für Aufklärung zur RSV-Immunisierung", berichtete Kerbl, Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Hochsteiermark in Leoben. Manche impfkritische Eltern lassen sich überzeugen, wenn ihnen erklärt wird, dass es sich nicht um eine klassische Impfung handelt, sondern um eine passive Immunisierung mit Antikörpern. Der Schutz ist dadurch sofort nach der Verabreichung gegeben. In weiterer Folge kommen fast alle Kinder in den ersten zwei Lebensjahren mit RSV in Berührung und entwickeln so zusätzlich eine natürliche Immunität, erläuterte Kerbl.

"Wir können die Immunisierung vorbehaltlos empfehlen", sagte der Mediziner. Es gebe so gut wie keine schweren Nebenwirkungen und "Eltern sehen, dass es wirkt". RSV kann vor allem bei den Jüngsten eine Bronchiolitis - eine Entzündung der kleineren Atemwege - verursachen. Schwere Atemnot und eine nötige Atemunterstützung im Krankenhaus, bis hin zu einer Beatmung, sind möglich.

Todesfälle sind selten, die Spitalsaufenthalte dauern aber in der Regel fünf bis zehn Tage. "Es gibt keinen banalen Infekt bei jungen Säuglingen", warnte Kerbl. Eine Atemwegsinfektion könne sich in wenigen Stunden zu einer schweren Bronchiolitis entwickeln. "Drei Viertel der Kinder, die wir mit RSV aufnehmen müssen, haben keine Vorerkrankung", informierte er zudem. Die Belastungsspitzen mit teilweise über 100 Prozent Bettenbelag auf Kinderstationen im Jänner und Februar seien durch die Immunisierung jedenfalls deutlich zurückgegangen.

Weiterhin möglich ist auch eine Impfung gegen RSV der werdenden Mutter gegen Ende der Schwangerschaft. Danach bilden sich Antikörper, die über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden und das Kind so ab dem ersten Atemzug schützen. Das ist aber nur sinnvoll, wenn das Kind in der RSV-Saison geboren wird. Zudem ist diese Impfung ebenso nicht kostenlos wie die für Erwachsene ab 60 Jahren und bestimmte Risikopersonen ab 18 Jahren empfohlenen RSV-Vakzine.

( S E R V I C E - Weitere Infos zur RSV-Immunisierung: https://impfen.gv.at/impfungen/rsv )

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