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Der RH hatte 2021 in einem Bericht Lehre und Betreuungsverhältnisse mit Schwerpunkt auf die Uni Graz und die Wirtschaftsuni in Wien unter die Lupe genommen. Von den zwölf Empfehlungen, deren Umsetzung im nun veröffentlichten Follow-up-Bericht überprüft wurde, sind aus Sicht des Rechnungshofs vier bereits erledigt, fünf teilweise, zwei nicht und bei einer wurde eine Realisierung versprochen.
Das Wissenschaftsministerium ist der Empfehlung, die Betreuungsverhältnisse an das OECD-Spitzenfeld heranzuführen, aus RH-Sicht nur teilweise nachgekommen. Der nationalen Berechnungsmethode zufolge ist zwar die Zahl der Studierenden pro Professur oder gleichwertige Stelle durch eine Personaloffensive und weniger prüfungsaktive Studierende innerhalb von fünf Jahren von 1:38,4 auf 1:34,4 im Studienjahr 2023/24 gesunken. Das gilt auch für Unis mit über 20.000 Studierenden und tendenziell schlechteren Betreuungsverhältnissen.
An der WU verbesserte sich etwa das Verhältnis von 1:83,1 auf 1:74,6; in einzelnen Studien wie etwa beim Bachelor Wirtschaftsrecht sind die Zahlen trotzdem immer noch extrem ungünstig (1:131,3 statt zuvor 1:150,6). An der Uni Wien sank die Betreuungsrelation von 1:69,8 auf 1:56,6, an der Uni Graz von 1:47,6 auf 1:38,3, an der Technischen Uni (TU) Wien von 1:41,8 auf 1:35,9 und an der Uni Innsbruck von 1:40,3 auf 1: 31,8. Der vergleichsweise niedrige Gesamtschnitt liegt weiterhin an den Medizin- und Kunstunis mit ihren Zugangsbeschränkungen und vergleichsweise günstigen Betreuungsquoten, an der Musikuni Wien etwa ist das Verhältnis 1:10,1. Insgesamt wurden laut Bericht 13 von 21 Unis näher an die Richtwerte herangeführt.
Gleichzeitig ging es im internationalen Vergleich über alle öffentlichen Hochschulen hinweg allerdings bergab, wie im Bericht betont wird: Während andere Länder mit ähnlichen Betreuungsverhältnissen, etwa Polen oder Slowenien, diese weiter verbessert haben, stagnierten die Zahlen in Österreich bei 14 Studierenden pro Lehrendem. Die OECD-Zahlen umfassen neben den Unis auch Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen (PH) und Abschlussjahrgänge von Berufsbildenden höheren Schulen, drei Viertel aller heimischen Studierenden besuchen allerdings eine Uni.
Bei Spitzenreiter Luxemburg kamen zuletzt (2022) nur vier Studierende auf einen bzw. eine Lehrende, in Norwegen und Schweden lag das Verhältnis bei 1:9 bzw. 1:10 und in Deutschland, Ungarn, Slowenien und Estland bei 1:11. Das Ministerium wird deshalb aufgefordert, "weiterhin Maßnahmen zu setzen, die die Betreuungsrelationen im Tertiärbereich an das Spitzenfeld der OECD-Staaten heranführen, um die Qualität des Studiums weiter zu verbessern und einen Beitrag zur Erreichung des nachhaltigen Entwicklungsziels 4 der Agenda 2030 zu leisten".






