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Das Projekt war von der MEGA Bildungsstiftung, vom Sozialministerium und vom Innovationsfonds der Diözese Graz-Seckau gefördert worden. Das Projekt lief von Oktober 2024 bis Juli 2026. Kindergartensozialarbeit soll Familien bei sozialen, finanziellen, gesundheitlichen und psychosozialen Herausforderungen unterstützen sowie die Elementarpädagogen entlasten. Durchgeführt wurde das Projekt in 18 Kindergärten, mehrheitlich Pfarrkindergärten, aber auch vier städtischen Einrichtungen, ferner in Oberösterreich und Salzburg. Eltern und 77 Elementarpädagogen wurden gegen Ende des Projekts in standardisierten Befragungsbögen nach ihrer Einschätzung gefragt. 81,8 Prozent der Eltern sprachen von "sehr hilfreicher" Unterstützung.
Laut Friedrich Mayer, Leiter der Kindergartensozialarbeit der steirischen Caritas, profitierten auch die Teams in den Kindergärten: Rund 91 Prozent der Elementarpädagogen und der anderen Bediensteten konstatierten mehr Sicherheit etwa beim Thema Kindeswohl. Ein Großteil fühlte sich im Arbeitsalltag entlastet und in der eigenen Selbstwirksamkeit gestärkt, nachdem Fachpersonal bei schwierigen Situationen geholfen hatte.
Thomas Lederer-Hutsteiner, Geschäftsführer von X-Sample, der die Studie erstellt hatte, sagte, es habe zwischen den Kindergärten eine sehr starke Heterogenität gegeben, ebenso in den Kindergärten selbst, in Hinblick auf Migrationshintergrund der Kinder, Deutschkenntnisse, bildungsferne Familien. Es gab aber auch Kindergartengruppen fast ohne Migrationshintergrund, ebenso wie Eltern, die die Erziehung am liebsten dem Kindergarten überlassen würden. Anfänglich habe es Widerstände gegeben, zudem unklare Rollenvorstellungen, viele Eltern hätten Sozialarbeit mit dem Jugendamt gleichgesetzt, so Lederer-Hutsteiner. Die Beratungen und Vernetzungen, etwa im psychosozialen Bereich, seien aber anonym und niederschwellig erfolgt und vor allem, sie wurden von externen Personen durchgeführt, nicht vom Kindergartenpersonal. Das Aufbauen von Vertrauen erfordere viel Vorlaufzeit.
Idealerweise seien die Strukturen schon etabliert und träten nicht erst bei einer Krise in Erscheinung, sagte Walter Prügger, Geschäftsführer der KIB3 Kinderbildungs- und Pfarrkindergärten-Stiftung der Diözese Graz-Seckau. Es habe sich gezeigt, dass es multiperspektivische Teams brauche, die ja bei Schulen schon vorhanden seien, in der Elementarpädagogik aber bisher gar nicht bisher.
Man sehe das Projekt mit einem lachenden und einem weinenden Auge, so Prügger, weil es zwar in Steiermark umgesetzt wurde, es andererseits aber schwierig sei, die Finanzierung aufzustellen. Man habe es gerade einmal für das Pilotprojekt geschafft. "Aber wir wissen, wir müssen schon bei den Kleinsten beginnen", betonte Prügger den Wert von Prävention. Einig war man sich, dass die Teams für die Kindergärten strukturell verankert werden sollten. Laut Meier koste ein Vollzeitäquivalent zwischen 110.000 bis 120.000 Euro jährlich. Durch frühzeitige Beratung könnten spätere und höhere Folgekosten vermieden werden.
Caritas-Vizedirektor Thomas Ferk: "Der Bericht zeigt, wie wichtig die Arbeit schon in frühen Kinderjahren ist." Der anfängliche Widerstand auch bei Elementarpädagogen habe sich umgedreht, die Zahlen aus den Befragungen sprächen für sich. Es sei ein unglaublicher Nutzen, nicht nur für Eltern, Kinder und Pädagogen. Man sehe einen Nutzen für die gesamte Gesellschaft und einen großen Hebel etwa gegen Bildungsbenachteiligung.
ARCHIV - 17.04.2020, Berlin: Kinderhände und ein Regenbogen sind an einer Kita zu sehen. (zu dpa: «Einigung im Ausschuss: Drittes Kita-Jahr soll kostenlos sein») Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++