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Patientensicherheit - Grazer Uniklinik setzt "Rapid Response Team" um

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Team soll innerklinische Notfälle besser verhindern
©APA, GINDL, Barbara Gindl
Postoperative Blutungen, Sepsis oder ein Herzstillstand - in Krankenhäusern lauern für stationäre Patienten Risiken, die durch ein zusätzliches Sicherheitsnetz besser abgefangen und verhindert werden können. Die herzchirurgische Bettenstation des Uniklinikums Graz hat seit einem Jahr ein "Rapid Response Team" installiert, das die frühzeitige Erkennung und Behandlung von kritischen Verschlechterungen zum Ziel hat. Es handelt, bevor es zum innerklinischen Notfall kommt.

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Bei stationär behandelten Patienten können Zustandsverschlechterungen auftreten. Viele können im Vorfeld erfasst werden, bleiben im hektischen klinischen Alltag jedoch oftmals auch unbemerkt oder werden falsch eingeschätzt. Um solche Risikosituationen frühzeitig zu erkennen, wurden bereits "Early Warning Scores" (Frühwarn-Bewertungen) entwickelt. Diese standardisierten Bewertungssysteme basieren auf der Erfassung von Messwerten wie Atemfrequenz, Herzfrequenz, Blutdruck, Bewusstseinslage, Temperatur, Sauerstoffsättigung und weiterer Parameter. Ihre Wirkung entfalten sie aber erst, wenn sie in ein Netz aus hellhörigen Pflegekräften und ein "Rapid Response System" mit ausreichend personellen Ressourcen eingebettet sind.

Das Rapid Response Team (RRT) auf der herzchirurgischen Bettenstation des Uniklinikums Graz ist ein Team der Intensivstation, wird zusätzlich gerufen, wenn die Frühwarn-Bewertung einen definierten kritischen Wert erreicht. Ziel ist es, möglichst früh einzugreifen und einen lebensbedrohlichen Notfall - etwa einen Herz-Kreislauf-Stillstand - nach Möglichkeit zu verhindern. Eine Anästhesistin bzw. ein Anästhesist und eine Pflegeperson der Intensivstation kommen ans Krankenbett. Sie beurteilen gemeinsam mit dem Team vor Ort die Lage und leiten - falls notwendig - weitere Maßnahmen ein.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Reanimationsteam liege im Zeitpunkt der Aktivierung, teilte das LKH-Uniklinikum Graz mit: Während ein Reanimationsteam bei einer bereits eingetretenen akuten lebensbedrohlichen Situation zum Einsatz kommt, wird das "Rapid Response Team" aufgrund definierter Warnzeichen bereits früher hinzugezogen. Diese "Notfalltruppe" setzt sich aus dem jeweils diensthabenden ärztlichen und pflegerischen Personal der Intensivstation zusammen. "Entscheidend ist, dass Pflegekräfte mit ihrer Wahrnehmung nicht alleine bleiben. Wenn Werte oder auch der klinische Eindruck zeigen, dass etwas nicht stimmt, gibt es einen klar definierten Weg, rasch intensivmedizinische Expertise ans Krankenbett zu holen. Der Frühwarnscore gibt uns dabei klare Kriterien und zusätzliche Sicherheit", hob Christoph Kumpitsch, Leiter der Intensiv Herz / Transplant C-Station, hervor.

Seit Sommer 2025 sorgt das RRT auf der herzchirurgischen Bettenstation für zusätzliche Sicherheit. Neunmal wurde das Team seither aktiviert. In drei Fällen mussten die Patientinnen auf die Intensivstation verlegt werden, konnten diese jedoch bereits nach einem Tag wieder verlassen. Die übrigen sechs Patientinnen und Patienten wurden entweder auf der Normalstation oder der Intensivüberwachung weiterbetreut, wurde in der Bilanz zusammengefasst.

Für Michael Schörghuber, ärztlicher Leiter der Intensivstation, sind die vorliegenden Zahlen ein Beleg dafür, dass das Frühwarnsystem genau richtig eingestellt ist: "Neun Einsätze in einem Jahr entsprechen ziemlich genau dem, was aufgrund der Erfahrungen mit vergleichbaren Systemen zu erwarten war. Das zeigt uns auch, dass der Frühwarnscore, den wir speziell für unsere Herzbettenstation entwickelt haben, gut eingestellt ist. Wir sehen derzeit keinen Grund, die Kriterien für eine Aktivierung zu verändern."

Im englischsprachigen Raum sind Rapid Response Systeme seit Jahren etabliert. Zu den Vorreitern zählt Australien. Im deutschsprachigen Raum sind ähnliche Modelle an mehreren Unikliniken im Einsatz - oft unter dem Namen "Medical Emergency Team". Das Uniklinikum Graz hat das Konzept aufgegriffen und speziell auf die Anforderungen der herzchirurgischen Bettenstation zugeschnitten. Nun sollen die gewonnenen Erfahrungen genutzt werden, um das System schrittweise auf weitere Bereiche des Klinikums auszuweiten.

++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema ?Intensivstation / Covid-Station / Pflege? auf der Intensivstation 1c der Salzburger Landeskliniken (SALK) am Mittwoch, 17. November 2021.

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