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Physiknobelpreis an "Mr. IceCube": "Vollkommen verdient"

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IceCube-Observatorium am Südpol macht Jagd auf kosmische Neutrinos
©Ilya Bodo, IceCube, APA, NSF
Die Auszeichnung von Francis Halzen mit dem Nobelpreis für Physik hat Jochen Schieck, Chef des Marietta-Blau-Instituts der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), keineswegs überrascht: Der Elementarteilchenphysiker sei jene Person gewesen, der das Projekt rund um das IceCube-Neutrino-Observatorium und die Messungen der hochenergetischen Neutrinos seit Jahren vorangetrieben habe: "Er war Mr. Ice Cube, ganz klar", so Schieck zur APA, die Auszeichnung "vollkommen verdient".

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Daher sei er auch keineswegs überrascht, dass die Ehrung nur an Halzen alleine ging. "Ich freue mich sehr. Er war definitiv ein Kandidat, der auf meiner Liste ganz oben stand", so der ÖAW-Teilchenphysiker, der auch auf die bereits erfolgte Würdigung seines Kollegen bei der Wiener Konferenz "European Physical Society Conference on High Energy Physics" im Jahr 2015 verwies. Damals erhielt Halzen den "Giuseppe und Vanna Cocconi-Preis" für herausragende Leistungen im Bereich der Astrophysik.

Halzens Herangehen damals sei "schon ziemlich mutig gewesen", so Schieck: "Diese Neutrinos nachzuweisen, ist extrem schwierig. Neutrinos sind die einzigen Teilchen, die nur schwach wechselwirken." Das heißt, dass die Wahrscheinlichkeit, etwas zu sehen, relativ gering sei. Dafür habe man dann tatsächlich einen großen Detektor benötigt - quasi als einzige Chance, hier diese Teilchen nachzuweisen. Ihn dann am Südpol zu bauen und diese extrem aufwendigen Experimente durchzuführen, hätte eben diesen Mut gebraucht. "Und dass dann alles so funktioniert hat, ist schon toll."

Das eigentlich Sensationelle sei, dass man dann aber eben auch diese extrem hochenergetischen Neutrinos habe messen können: "Wir sprechen hier von Energien, die weit über jenen liegen, die beim LHC (Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider am CERN, Anm.) produziert werden", so Schieck: Der durch die Signale produzierte "Lichtschauer", das sogenannte Tscherenkow-Licht, gehe "über mehrere Häuserblocks" und sei damit wirklich riesig.

"Wir wissen, dass diese hochenergetischen Neutrinos extragalaktischen Ursprungs sein müssen", so Schieck. Sie fungierten quasi als "Botenteilchen", mit denen man etwas über extrem hochenergetische Prozesse außerhalb unserer Galaxie lernen könne.

Seit dem Start von IceCube und dem erstmaligen Nachweis der hochenergetischen Neutrinos versuche man eben auch, "weitere Lichtdetektoren im Eis" einzubauen, das Volumen des Eises zu vergrößern, "um einfach mehr Sensitivität zu haben, mehr Statistik". "In der Physik ist es oft so, dass man etwas zum ersten Mal misst, aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende, sondern damit fängt sie eigentlich erst an."

STOCKHOLM - SCHWEDEN: FOTO: APA/APA/Ilya Bodo/IceCube/NSF

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