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Sandra Siegert vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg setzte bei Mäusen mit Kolleginnen und Kollegen kleine Fensterchen ("cranial windows") in die Schädel ein, um die Aktivität der einzelnen Nervenzellen zu beobachten. Etwa eine Stunde nach einer Vollnarkose sahen sie, dass sich spezielle Immunzellen namens "Mikroglia" regten. Sie sind bekannt dafür, im Gehirn schädliche Ablagerungen, abgestorbene Zellen und tote Verbindungen zu beseitigen. Sie suchten engen Kontakt mit Nervenzellen (Neuronen) und "umarmten" sie gleichsam. Neuronen sind jene Gehirnzellen, die Informationen aufnehmen, verarbeiten und weitergeben.
Als die Narkose nach drei weiteren Stunden mehr oder weniger abgeklungen war, zeigten sich die Nervenzellen durch die Interaktionen mit den Mikroglia stark verändert. "Man hat dann gesehen, dass das Nervensystem sich adaptiert (angepasst, Anm.) hat und eine höhere neuronale Aktivität und Plastizität hergestellt worden war", sagte Siegert. Die Nervenzellen in den Gehirnen der weiblichen Mäuse waren also nach der Betäubung reger und anpassungsfähiger als zuvor. Bei Mäuserichen war dies nicht der Fall.
(S E R V I C E - Studie: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adz6517 )
KLOSTERNEUBURG - ÖSTERREICH: FOTO: APA/Siegert Gruppe / ISTA
