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Neue KI erkennt das biologische Alter mit Augen-Foto

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Neue KI soll auch Risiken für Krankheiten abschätzen können
©APA/APA/dpa/Rolf Vennenbernd
Eine neue Künstliche Intelligenz (KI) der Universität Lausanne kann anhand von Netzhautfotos das biologische Alter einer Person ablesen und das Risiko für Krankheiten wie Krebs oder Demenz abschätzen. Ein großer Unterschied des so bestimmten zum tatsächlichen Alter deutet auf erhöhte Gesundheitsrisiken hin, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Ein höheres Netzhautalter ist mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Krebs sowie Demenz verbunden.

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Die Schweizer Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Nature Communications". Für ihre Methode trainierten die Wissenschafterinnen und Wissenschafter einen KI-Algorithmus mit Bildern von mehr als 70.000 Personen im Alter von 40 bis 79 Jahren. Das Modell schätzt das Netzhautalter mit einer durchschnittlichen Abweichung von weniger als drei Jahren zum tatsächlichen Alter.

Die Studie zeigte zudem deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Bei Männern war eine älter erscheinende Netzhaut stärker mit Merkmalen des metabolischen Syndroms wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht verknüpft. Bei Frauen stand das Netzhautalter hingegen stärker im Zusammenhang mit vaskulären Faktoren, etwa einem erhöhten Thromboserisiko.

Auch die Menopause scheint eine Rolle zu spielen. Vor der Menopause wiesen Frauen im Durchschnitt Netzhäute auf, die jünger aussahen als die von Männern. Nach der Menopause kehrte sich dieser Unterschied um. Die Studie belege keinen kausalen Zusammenhang, eröffne aber eine interessante Spur zur Rolle hormoneller Veränderungen, heißt es weiter.

Die Künstliche Intelligenz erkennt Merkmale, die für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar sind. Dazu gehörten subtile Farb- oder Helligkeitsschwankungen sowie die Dichte der Blutgefäße.

Die Forschenden betonen jedoch, dass eine älter wirkende Netzhaut nicht zwangsläufig bedeute, dass eine Person an einer bestimmten Krankheit leide oder leiden werde.

Die beobachteten Zusammenhänge mit dem Lebensstil ließen jedoch Handlungsspielräume erkennen. Als stärkster Faktor für eine beschleunigte Alterung der Netzhaut wurde das Rauchen identifiziert. Eine frühzeitige Behandlung von Herz-Kreislauf-Problemen könne ebenfalls eine Rolle spielen. Bis zu einer klinischen Anwendung seien aber weitere Studien notwendig.

(Fachartikel: https://doi.org/10.1038/s41467-026-77102-1)

ARCHIV - Das Bild zeigt eine Augenuntersuchung (Archivfoto vom 27.01.2005). Foto: Rolf Vennenbernd/dpa (zu dpa-Gespräch "Neuartige Technik verspricht frühere Diagnose von Grünem Star" vom 12.06.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++

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