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Neue AHS-Lehrpläne gehen in Begutachtung

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Wiederkehrs neue Lehrpläne sollen ab September 2027 gelten
©APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER
Nach langer Diskussion vor allem um Kürzungspläne für das Fach Latein hat das Bildungsministerium am Dienstag die neuen Lehrpläne für die AHS-Oberstufe in Begutachtung geschickt. Wie geplant wird das neue Pflichtfach Medien und Demokratie mit zwei Wochenstunden eingeführt, Informatik erhält eine zusätzliche Stunde. Im Gegenzug fallen zwei Stunden Latein bzw. zweite lebende Fremdsprache und eine Stunde für ein Wahlpflichtfach weg. Schulautonom sind andere Lösungen erlaubt.

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Das liegt daran, dass nur ca. zehn Prozent der Schulen auch tatsächlich die vom Ministerium vorgegebenen Stundentafeln verwenden. Diese sehen in der AHS-Oberstufe nun ein eigenes Fach Medien und Demokratie mit zwei Wochenstunden vor. Der Informatikunterricht wird um das Thema KI ergänzt, erhält den Namen "Informatik und Künstliche Intelligenz" und von zwei auf drei Wochenstunden aufgestockt. Umgekehrt fallen zwei Lateinstunden und eine Stunde für ein Wahlpflichtfach weg. Die Gesamtstundenanzahl bleibt also gleich.

Im Rahmen der Schulautonomie sind aber auch andere Varianten möglich. Schulen können für Medien und Demokratie auch bei anderen Fächern statt Latein oder Sprachen kürzen - einzige Vorgabe: Sie dürfen nicht unter die für die Fächer vorgegebene Mindeststundenzahl fallen. Ebenfalls möglich wäre es, Medien und Demokratie mit anderen Gegenständen zu koppeln und integriert zu unterrichten. Ganz generell werden mit den neuen Lehrplänen schulautonome Gestaltungsmöglichkeiten ausgebaut - so können etwa Pflichtgegenstände (mit Ausnahme von Religion und Ethik) leichter gebündelt werden. Konkret wird auch die Möglichkeit erweitert, die Mindestwochenstundenzahl der einzelnen Fächern zu unterschreiten (künftig in bis zu fünf Fächern um je eine Wochenstunde möglich).

Weitere Änderung: Chemie wird (sofern nicht schulautonom anders geregelt) von der 7. und 8. Klasse in die 6. und 7. Klasse verschoben. "Bildungs-, Berufsorientierung und Lebensgestaltung", "Medien und Gestaltung" , "Projektmanagement" sowie "Technik und Design" werden in den Kanon der Wahlpflichtgegenstände aufgenommen. Im Wirtschaftskundlichen Realgymnasium wird der neue Pflichtgegenstand "Wirtschaft, Innovation und Nachhaltigkeit" (in Unter- wie Oberstufe) eingeführt, in dem unter anderem Grundlagen der Betriebswirtschaft (wie Preisgestaltung und Umsatzberechnung) und Entrepreneurship, Ressourcenmanagement oder Kreislaufwirtschaft am Stundenplan stehen. Im Gegenzug wird bei Geografie gekürzt, wobei auch hier anderweitige schulautonome Lösungen möglich sind.

Im Detail gibt es viele Sonderregeln: So existiert nicht ein einziger AHS-Oberstufenlehrplan, sondern je nach Schulform (Gymnasium, Realgymnasium, Wirtschaftskundliches Realgymnasium etc.) verschiedene. Manche Schulen wie das Theresianum haben sogar einen eigenen Lehrplan.

Der neue Gegenstand "Medien und Demokratie" soll ein theoretisches Fundament mit praktischen Projekten verknüpfen. "Demokratie braucht Menschen, die informiert sind, kritisch denken und Verantwortung übernehmen. Mit dem neuen Unterrichtsgegenstand Medien und Demokratie geben wir jungen Menschen das Rüstzeug, Informationen einzuordnen, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und sich aktiv in unsere demokratische Gesellschaft einzubringen", so Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) in einer Aussendung.

Generell schließen die Oberstufen-Lehrpläne an die 2023 geänderten Unterstufen-Lehrpläne an und bringen eine stärkere Kompetenzorientierung. In manchen Fächern gibt es auch Verschiebungen: So gibt es in Geografie und Wirtschaftskunde einen stärkeren Fokus auf Wirtschafts- und Finanzbildung, rein naturwissenschaftliche Fragestellungen fallen weg. Themen wie Migration, Regionalentwicklung oder natürliche Bevölkerungsentwicklung bleiben zwar am Lehrplan, allerdings nicht mehr wiederkehrend in unterschiedlichen Klassen.

In Kraft treten sollen die Lehrpläne für die fünften Klassen mit 1. September 2027, für die sechsten Klassen dann am 1. September 2028, für die siebenten Klassen am 1. September 2029 und für die achten Klassen am 1. September 2030. Die Begutachtungsfrist endet am 11. August.

Wiederkehr (NEOS) und Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) hoben in einer weiteren Aussendung vor allem die Verankerung von KI in den Lehrplänen hervor. Damit "verankern wir diese Zukunftskompetenz systematisch in der Schule und stärken damit die digitale Mündigkeit junger Menschen", so Wiederkehr. "Künstliche Intelligenz darf kein Spezialwissen für wenige bleiben. KI-Kompetenzen müssen so selbstverständlich werden wie Lesen, Schreiben und Rechnen", meinte Pröll.

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