ABO

Liste mit Förderschulen im Bildungsministerium offenbar verschollen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
++ ARCHIVBILD ++ Nachfolgeprogramm heißt "Chancenbonus"
©APA/APA/dpa/Michael Brandt
Das Bildungsministerium kann offenbar nicht mehr sagen, welche 492 Schulen es 2019 als "Schulen mit besonderen Herausforderungen" unterstützt hat. Es gibt laut einem Bericht des ORF Vorarlberg, der die Herausgabe der Information beantragt und diese nach zweijährigem Rechtsstreit nur teilweise erhalten hat, keine Akten dazu. Auch die damaligen Zuständigen arbeiteten nicht mehr im Ministerium, wie der ORF Vorarlberg am Montag berichtete.

von

2024 stellten die NEOS im Vorarlberger Landtag eine Anfrage zu zwei Förderprogrammen des Bundes, unter anderem zum 2019 begonnenen Programm "Schulen mit besonderen Herausforderungen". Die Bildungsdirektion verweigerte die Herausgabe jedoch. Wesentliches Merkmal des Projektes sei, dass die betroffenen Schulen nicht bekannt geben würden, so die Begründung. Der ORF Vorarlberg stellte daraufhin einen Antrag auf Herausgabe der Schulstandorte, was die Bildungsdirektion aber weiter verweigerte. Hintergrund für die Geheimhaltungsbemühungen dürfte eine befürchtete Stigmatisierung einzelner Schulstandorte sein.

Nach zwei Jahren Verfahren und einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes zur Transparenz von Schuldaten, habe die Bildungsdirektion nun doch noch eine der beiden ursprünglich angefragten Schullisten - jene zum Programm "100 Schulen - 1.000 Chancen" - übermittelt, so der ORF Vorarlberg. Die zweite Liste - jene zu den "Schulen mit besonderen Herausforderungen" von 2019 - sei aber verschollen. Demnach hat das Bildungsministerium die Standorte nicht dokumentiert, offenbar wurde kein Akt angelegt oder dieser unvollständig geführt. "Eine entsprechende Ablage der Daten im System wurde nicht gefunden", hieß es. Die damals zuständigen Mitarbeitenden seien nicht mehr im Ressort tätig. Welche 492 Schulen bundesweit im Rahmen von "Schulen mit besonderen Herausforderungen" unterstützt wurden, ist also nicht mehr eruierbar. Inzwischen heißt das Nachfolgeprogramm "Chancenbonus", die Liste der teilnehmenden gut 400 Schulen ist öffentlich.

ARCHIV - 15.01.2026, Rheinland-Pfalz, Mainz: Ein Schüler zeigt im Klassenraum auf, um sich zu melden und blickt zur Lehrerin im Hintergrund. (zu dpa: «AfD-Pläne zur Schulpflicht stoßen auf Widerstand») Foto: Michael Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER