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Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung, die unabhängig vom Studienort am selben Tag stattfindet, ist ein facheinschlägiger Bachelor (z.B. Psychologie, Sozialarbeit). Zum Aufnahmeverfahren gehört auch ein Selbsteinschätzungs-Fragebogen. 70 Prozent des Ergebnisses hängen vom Testteil Grundlagen der Psychotherapiewissenschaft ab (u.a. psychologische und medizinisch-psychiatrische Grundlagen, psychologische Diagnostik). Abgefragt werden außerdem das Verständnis englischsprachiger Fachtexte, verbal-analytisches Verständnis und die sozial-emotionalen Kompetenzen der Bewerber.
200 und damit die mit Abstand meisten Psychotherapie-Masterstudienplätze werden im Verbund West-Mitte (Unis Salzburg, Linz, Innsbruck und Medizin-Uni Innsbruck) angeboten. Im Verbund von Uni- und Medizin-Uni Graz sind es 140, an der Universität für Weiterbildung Krems 80 und jeweils 40 im Verbund von Uni- und Medizin-Uni Wien bzw. an der Uni Klagenfurt.
Wie beim Humanmedizin-Studium sind auch beim Psychotherapie-Master 75 Prozent der Plätze für Studierende mit österreichischem Maturazeugnis reserviert. Damit soll trotz des hohen Anteils Deutscher im Zubringer-Bachelorstudium Psychologie, die nach dem Abschluss meist nicht im Land bleiben, die psychotherapeutische Versorgung in Österreich auch in Zukunft abgesichert werden. Eine weitere Parallele ist die rechtliche Möglichkeit, Studienplätze für "Aufgaben im öffentlichen Interesse" zu widmen: Bei diesem Modell muss man weniger Punkte beim Aufnahmetest erreichen und bekommt ein Stipendium, verpflichtet sich aber im Gegenzug dazu, eine gewisse Zeit bei dem Arbeitgeber zu bleiben, von dem man gesponsert wurde. Diesmal haben allerdings weder die Länder noch die Gesundheitskasse diese Möglichkeit genutzt.
Der neue Master ist Herzstück der ersten Reform der Psychotherapie-Ausbildung seit den 1990ern. Bisher wurden Psychotherapeutinnen und -therapeuten ausschließlich an privaten außeruniversitären Ausbildungseinrichtungen oder Privatunis ausgebildet, für das zweijährige Propädeutikum und das - je nach Fachrichtung - drei- bis sechsjährige Fachspezifikum sind dabei Kosten von mehreren zehntausend Euro angefallen. Psychotherapeuten waren die letzte Berufsgruppe im höheren medizinischen Bereich ohne verpflichtende Ausbildung an öffentlichen Hochschulen.
Mit dem Studienjahr 2026/27 kommt nun eine neue Struktur: Auf ein fachlich passendes Bachelorstudium folgt ein zweijähriges Masterstudium für Psychotherapie an einer öffentlichen Uni. Dritter Ausbildungsteil ist eine postgraduelle psychotherapeutische Fachausbildung bei Psychotherapeutischen Fachgesellschaften, während der man schon unter Supervision therapeutisch arbeiten kann.
Geht es nach der Regierung, soll die Umstellung die Ausbildung leistbarer machen und der frühere Berufseinstieg die Versorgungssituation verbessern. An den Unis rechnet man allerdings nicht mit viel geringeren Ausbildungskosten. Mit der postgraduellen Fachausbildung mit Theorie, praktischer Anleitung, Supervision und Selbsterfahrung sei der teuerste Teil nämlich weiter selbst zu bezahlen.
Für die bisherige Ausbildung gelten großzügige Übergangsfristen: Das Propädeutikum kann noch bis 2030 abgeschlossen werden, das Fachspezifikum bis 2038. Laut Wissenschaftsministerium gibt es derzeit einen Ansturm auf Angebote nach dem alten Ausbildungssystem - und zwar vor allem von Personen, die die Zulassungsvoraussetzungen für die alte Ausbildung erfüllen, nicht aber für das neue Studium.
Hintergrund der aktuellen Reform ist neben den hohen Ausbildungskosten ein sich anbahnender Versorgungsengpass. 40 Prozent der derzeit 12.300 Therapeutinnen und Therapeuten wechseln in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand, dabei ist der Bedarf in den vergangenen Jahren gestiegen und die Bundesregierung will das Angebot eigentlich ausbauen.
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