von
Derzeit würden die Auslandsstudierenden von den Unis oft herangezogen, um ihre Vorgaben in den Leistungsvereinbarungen erfüllen zu können - etwa in Hinsicht auf die Zahl prüfungsaktiver Studierender. Das sei aber die vollkommen falsche Motivation, wie man mit diesen Leuten umgehen müsste, meinte Henzinger. Studierende aus Drittstaaten würden etwa anders als Personen aus dem EU-Ausland nach dem Studium oft gar nicht in Österreich bleiben können. "Das heißt, wir bilden sie gratis aus und schicken sie dann wieder weg."
Allerdings könne man sich durchaus aussuchen, welche Gruppen von Studierenden aus Drittstaaten man an den Hochschulen haben wolle - etwa Studierende in MINT-Fächern, so Henzinger. "Wir können hier sehr wohl selektieren, auch wenn man für Österreicher und Personen aus EU-Staaten nicht selektiert."
Es gebe auch Länder, die sehr wohl Studierende aus Drittstaaten in größerem Umfang zulassen, von diesen aber hohe Gebühren verlangen. "Das sind inzwischen oft die Cash Cows des Systems." Das sei nicht unbedingt sein eigener Zugang, schränkte Henzinger ein. "Aber man muss darüber nachdenken. Was jedenfalls wenig Sinn macht, ist, dass wir diese Studierenden unselektiv mit österreichischem Steuergeld subventionieren und dann nicht einmal Anreize setzen, sie am heimischen Arbeitsmarkt zu halten."
Außerdem gäbe es oft Anrechnungsprobleme: Es sei schon kompliziert genug bei der Zulassung festzustellen, ob eine Ausbildung etwa in Vietnam maturaäquivalent sei. Dazu kämen dann auch Anrechnungen aus einem in einem anderen Land begonnenen Studium oder gar Titelnostrifizierungen.
