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Flusssystem der Donau weist mehr Bodentiere auf

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Rund 500 Bodentiere im Flusssystem der Donau erhoben
©APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER
Am Grund der Donau und ihrer Nebenflüsse fanden Forscher aktuell 501 Arten von Insektenlarven, Krebsen, Schnecken, Muscheln und Würmern. Das sind dreieinhalb Prozent mehr als bei einer Untersuchung aus 2019. Durch Lebensraumverbesserungen konnten sich dort natürliche Donaubodenbewohner wieder ansiedeln, sagte der Gewässerökologe Momir Paunović zur APA. Gebietsfremde Arten kamen auch hinzu. Sie könnten Konkurrenz für einheimische Tiere werden, oder Futter für die Fische.

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"Wir haben beispielsweise eine braune Krebsart namens '' (Orientalische Flussgarnele, Anm.) identifiziert", so Paunović vom Institute for Biological Research "Siniša Stanković" (IBISS) der Universität Belgrad (Serbien): "Sie stammt aus Ostasien und wurde bei der vorangehenden Untersuchung im Jahr 2019 noch nicht in der Donau entdeckt." Diese Tiere breiten sich dort nun sehr rasch aus, erklärte er. "Zum jetzigen Zeitpunkt können wir aber nicht beurteilen, ob es gut oder schlecht für das Ökosystem der Donau ist", so der Forscher: "Es könnte problematisch sein, weil sie mit den einheimischen Arten konkurrieren, oder gut, wenn sie als Nahrung für andere Flussbewohner dienen."

"Was wir in der unteren Donau gefunden haben, war aber auf jeden Fall eine wunderschöne Entdeckung", sagte er. Dort identifizierten die Forscher nach sehr vielen Jahren Abwesenheit wieder Larven der Langblättrigen Theißblüte (). "Das ist eine Eintagsfliegenart, deren Larven sehr lange Zeit im Wasser leben und Löcher in die Flusswände graben", so Paunović: "Vor langer Zeit war sie in einigen Flusssystemen Europas weit verbreitet." Nun kehrt sie offensichtlich wieder in die alten Lebensräume zurück, was sehr erfreulich sei. Ähnliches gilt wohl für eine andere Eintagsfliegenart namens Donau-Maifliege (), welche man auch kürzlich in der Donau und Save nachgewiesen habe, die bei Belgrad in die Donau mündet.

Offensichtlich konnten die Lebensbedingungen für diese Tiere in diesem Flusssystem verbessert werden. "Zum Beispiel durch intensive Aktivitäten bei der Abwasserbehandlung, sodass die Wasserverschmutzung aus den Städten reduziert wurde", sagte der Experte, der an einer derzeitigen, breit angelegten Donau-Untersuchung, dem "Joint Danube Survey 5", federführend beteiligt ist.

"Ein weiterer Punkt sind Renaturierungsmaßnahmen, durch die Lebensraum wiederhergestellt wird." Wenn im Fluss Betonmauern etwa durch Steine oder andere natürliche Bodenmaterialien ersetzt werden, können dort viel mehr Arten leben. "In Österreich werden auch zur Bestandssteigerung Fischarten gezüchtet und in den Gewässern ausgesetzt, die nicht zum Verzehr dienen, sondern einfach nur für das Ökosystem wichtig sind", berichtete Paunović: "Ich finde das großartig."

Freilich trugen auch Fortschritte bei der Untersuchungsmethode dazu bei, dass mehr Arten identifiziert wurden als je zuvor, so der Experte. Die Forscherinnen und Forscher filterten etwa das Wasser der Donau und ihrer Zubringer, um anschließend das Erbgut zu sequenzieren, das an den speziellen Filtern haftete, und den einzelnen Arten zuzuordnen. Außerdem haben sie die kleinen, bodenlebenden Wasserbewohner etwa mit Netzen, beim Schnorcheln und mit Krebsfallen gefangen. So konnten sie herausfinden, welche unterschiedlichen Tierchen alle am Grunde des Donaustromes leben.

Dass dort mehr als 500 verschiedene Bodenbewohner nachgewiesen wurden, nennt Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) in einer Aussendung "einen eindrucksvollen Beleg für die biologische Vielfalt dieses einzigartigen Flusssystems". Zugleich werde dadurch deutlich, dass man gezielt in den Schutz der Gewässer investieren muss, um diese Biodiversität zu erhalten.

Ein internationales Team hat im Rahmen des "Joint Danube Survey 5" das gesamte Donauflusssystem vom Schwarzwald bis Schwarzen Meer untersucht und etwa die Bestände unterschiedlicher Lebewesen ermittelt, sowie chemische Wasseranalysen durchgeführt. Der Bericht dazu wird laut Paunović nach einer Begutachtungsphase vermutlich bis März des kommenden Jahres veröffentlicht.

(S E R V I C E - Link zum Joint Danube Survey 5 - https://www.danubesurvey.org/jds5/ )

++ THEMENBILD ++ Illustration zu den Themen Sommer / Wetter / Klima / Hitze. Im Bild: Ein Spaziergänger an der Donau am Freitag, 8. August 2025, in Orth an der Donau in Niederösterreich.

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