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"Die Ergebnisse sind nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer liegt weit darüber. Da Störe als die weltweit am stärksten gefährdete Tiergruppe gelten, ist jeder getötete Stör ein Rückschlag für den Fortbestand der Art - daher müssen diese Straftaten konsequenter verfolgt werden", teilte Studienautorin und WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl in einer Aussendung mit. Wilderei und der illegale Handel mit Störfleisch und Kaviar würden die größte Bedrohung für die urtümlichen Fische darstellen, betonte der WWF. Um das Überleben der seltenen Tiere zu sichern, fordert die Umweltschutzorganisation eine strengere Durchsetzung bestehender Gesetze, verstärkte Kontrollen, eine engere grenzübergreifende Zusammenarbeit der zuständigen Behörden und bessere Monitoring- und Meldesysteme.
Die aktuelle Studie basiert auf Daten behördlicher Beschlagnahmungen von Stören, illegalen Fanggeräten, Fleisch und Kaviar, die der WWF über zehn Jahre gesammelt und ausgewertet hat. Im gesamten Analysezeitraum (2016 - 2025) konnten die Behörden rund sechseinhalb Tonnen Störfleisch und ganze Fische sowie mehr als 263 Kilogramm Kaviar beschlagnahmen. "Darunter befanden sich auch einige große Aufgriffe, wie etwa ein Fall mit rund 40 Kilogramm Kaviar - im geschätzten Wert von 46.500 Euro", sagte WWF-Expertin Jahrl.
Darüber hinaus wurde eine Vielzahl illegaler Fanggeräte sichergestellt. Allein in Bulgarien konnten die Behörden 1.250 verbotene Hakenleinen - sogenannte "Karmaci" - mit einer Gesamtlänge von mehr als 45 Kilometern und rund 54.000 Haken beschlagnahmen. Diese Fangmethode gilt als besonders grausam, da sich die Störe an den vielen sehr scharfen Haken an einer langen Leine schwer verletzen können. "Im schlimmsten Fall kämpfen die Störe dann Stunden oder sogar Tage ums Überleben", so Jahrl.
Einzelne der über 500 dokumentierten Fälle umfassen weit mehr als 100 getötete Tiere. Am häufigsten betroffen waren Sterlets (42 Prozent). Die Beluga-Störe, auch Hausen genannt, wurden zwar seltener Opfer, aber davon wurden einige besonders große Tiere beschlagnahmt, die über zwei Meter lang und 200 Kilogramm schwer waren - ein enormer Verlust für die Population. Betroffen waren neben Sterlet, Sternhausen und Beluga-Stören auch die äußerst seltenen Waxdicks - auch bekannt als Russische Störe. "Die Untere Donau ist eine der letzten Regionen weltweit, in der bis heute trotz aller Bedrohungen vier verschiedene Stör-Arten überlebt haben und sich fortpflanzen. Das ist ein großer Schatz, den wir unbedingt bewahren müssen", sagte Jahrl vom WWF.
