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Im Vorfeld musste das Hotel sogar die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, der genaue Ankunftsflughafen wurde offenbar bewusst nicht bekanntgegeben. Laut der Zeitschrift "Vanity Fair" waren gleich drei Flughäfen für die Ankunft vorbereitet - Bilbao, San Sebastián und Biarritz.
Obwohl sein neuer Film "Heart of the Beast" erst am Mittwochabend offiziell in San Sebastián seine Europapremiere feiert, reiste der Hollywood-Superstar bereits am Sonntag in der nordspanischen Küstenstadt an - und damit überraschend sogar einen Tag früher als erwartet. Die Fans bekamen es trotzdem mit. Spanische Medien berichten davon, dass es in der Festivalgeschichte bisher noch nie ein solches Fanaufgebot für einen Star gab.
Der Hauptdarsteller von Blockbustern wie "Ocean's Eleven", "Troja" oder "Mr. & Mrs. Smith" enttäuschte seine Fans nicht. Fast eine halbe Stunde nahm er sich bei seiner Ankunft Zeit, um am Absperrgitter Autogramme zu geben und mit sich Selfies machen zu lassen, bevor er schließlich ins Hotel María Cristina verschwand.
Die Fans warten seitdem täglich ab früh morgens vor dem Hoteleingang auf ihn. Der "Fight Club"-Darsteller ging zwar nicht am Stadtstrand im Atlantik schwimmen wie Orlando Bloom, unternahm aber gleich mehrere Ausflüge. Am Montag besuchte er mit seiner spanischen Partnerin Inés de Ramón beispielsweise das nahe Skulpturen-Freilichtmuseum Chillida Leku des weltberühmten baskischen Bildhauers Eduardo Chillida (1924-2002). Pitt und seine Begleiterin ließen sich auch zu Chillidas bekannter Skulpturen-Gruppe "Peine del Viento" am felsigen Ende des Concha-Strands von San Sebastián bringen.
Pitt ist offensichtlich ein echter Chillida-Kenner. Museumsdirektor Mikel Chillida postete anschließend auf Instagram ein Foto und zeigte sich beeindruckt, wie viel Pitt über das Werk seines Großvaters wusste. Fast eineinhalb Stunden führte er den Superstar durch den Skulpturenpark. Auch 2009 besuchte Pitt das in einem Eichenwald gelegene Museum in Hernani, als er mit Quentin Tarantino in San Sebastián "Inglourious Basterds" vorstellte, in dem auch Christoph Waltz zu sehen war.
Ausflüge in die zahlreichen 3-Sterne-Restaurants von San Sebastián wie 2009 bei Arzak schien Pitt diesmal aus Sicherheitsgründen aber wohl nicht gemacht zu haben. Dafür aß er aber im Hotel María Cristina zu Abend. Dafür ließ er sich allerdings einen besonderen Roséwein kommen. Und zwar vom Weingut Miraval in der französischen Provence, das er vor Jahren mit seiner Ex-Frau, Hollywoodstar Angelina Jolie, gekauft hatte. Das Hotel ließ den 20-Euro-Wein vom Weingeschäft Lukas in San Sebastián mit dem Taxi holen, da man ihn selber nicht vorrätig hatte.
Am Mittwochabend wird die "Brad-Pitt-Euphorie" nun ihren Höhepunkt auf dem Roten Teppich vor dem Kursaal haben. Zusammen mit Regisseur David Ayer stellt Pitt den im offiziellen Wettbewerb außer Konkurrenz laufenden Survival-Film "Heart of the Beast" vor. Gespannt darf man auf die Sicherheitsvorkehrungen und den Massenauflauf von Fans sein. Denn San Sebastián ist ein populäres Publikumsfestival und die Fans stehen an beiden Seiten direkt am über hundert Meter langen Roten Teppich. Schon seit Mittag sicherten sich Fans Plätze in der ersten Reihe.
Pitt spielt in dem Abenteuer-Streifen James Belmont, einen ehemaligen Offizier der Special Forces. Nach einem Flugzeugabsturz sitzen Belmont und sein ehemaliger Militär-Kampfhund Odin mitten in der Wildnis Alaskas fest. Sie müssen sich durch extreme Kälte und unwegsames Gelände zurück in die Zivilisation kämpfen. Dabei werden nicht nur die Natur und wilde Tiere zu Gegnern.
Der Film ist weniger ein klassischer Actionfilm, als man bei Ayer erwarten konnte, der für Streifen wie "The Beekeeper", "A Working Man" oder "Fury - Herz aus Stahl" bekannt ist. Der Regisseur setzte den Fokus vor allem auf die Beziehung zwischen dem traumatisierten Soldaten und seinem Hund.
Pitt beschrieb seine Figur als eine von seiner Vergangenheit heimgesuchte Seele - "wie die Soldaten, die nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg wieder ihre Identität finden müssen". Dabei sei es eine unbeschreibliche Erfahrung gewesen, mit diesem Hund zu drehen. "Er war der eigentliche Star am Set, nicht ich", so der US-Schauspieler.
Hinter der äußeren Überlebensgeschichte werden dabei vielmehr Themen wie "Loyalität, Liebe, Freundschaft, Fürsorge, Familie und für andere einstehen" behandelt, welche auch Prioritäten sein sollten, um die aktuellen Probleme in der Welt zu überstehen, so der Hollywoodstar in einer Pressekonferenz, für die die Journalisten fast zwei Stunden anstehen mussten, um im riesigen Saal überhaupt noch einen freien Platz zu erhaschen.
Dennoch bleibt der auch von Brad Pitt produzierte Film das, was die meisten erwartet haben - unterhaltsames, spannendes Hollywood-Kino mit spektakulären Bildern - mehr aber auch nicht. Für San Sebastián, das neben Berlin, Cannes und Venedig zu den wichtigsten internationalen Filmfestivals gehört, war es jedoch der ganz große Hollywood-Moment. Am Samstag endet das Festival mit der Vergabe der "Goldenen Muschel".
(Von Manuel Meyer/APA)
(S E R V I C E - www.sansebastianfestival.com/in )
