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Gery Seidl kann auch als Erdnuss "nur Gery Seidl sein"

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Gery Seidl hat keine Erdnuss-Allergie
©APA/HANS KLAUS TECHT
"Dr. Nutcase" ist eine kleine, wagemutige, erdnussförmige Spielzeugfigur mit rot-gelber Wrestlingmaske und Abneigung gegenüber moderner Technologie. In "Toy Story 5" hat sie einen kleinen, aber umso witzigeren Auftritt. In der deutschen Synchronisation verleiht Gery Seidl dem Charakter seine Stimme. "Dr. Nutcase, der hat das Zeug, um in Erinnerung zu bleiben", sagt der Kabarettist im APA-Interview.

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APA: Herr Seidl, wie bereitet man sich emotional darauf vor, eine Erdnuss zu sprechen?

Gery Seidl: Mit einer Allergie ...

APA: Ernsthaft?

Seidl: Nein (lacht). Eigentlich gar nicht. Ich bin einfach hingefahren. Ich wusste nichts Genaues, es wurde nicht viel preisgegeben im Vorfeld. Ich habe mir gedacht, da sind sicherlich Menschen, die eine ganz klare Vorstellung haben, wie es sein soll.

APA: Und hatten Sie das? Oder durften Sie als Erdnuss einfach Gery Seidl sein?

Seidl: Ich kann nur Gery Seidl sein. Und das habe ich versucht, dort zu verkaufen. Ich bin dann aus dem Studio rausgegangen und habe mir gedacht, das war eine schöne Zeit.

APA: Mögen Sie Erdnüsse?

Seidl: Ja, freilich.

APA: Die Erdnuss ist eigentlich eine sehr kleine Sprechrolle.

Seidl: Ist die kleinste ... Aber das ist in Summe wurscht. Du hast eine Minute, und die machst du gut.

APA: Hatten Sie vor der Synchronrolle einen Bezug zu den "Toy Story"-Filmen?

Seidl: Ich glaube, ich habe nicht jeden Teil gesehen. Auf alle Fälle ist die Qualität des neuen Films eine ganz andere, man kann ihn mit dem ersten nicht mehr vergleichen. Ich weiß gar nicht mehr, wann der erste Teil im Kino war.

APA: 1995.

Seidl: Da war ich gar nicht mehr so klein.

APA: Der Film ist eine Liebeserklärung an das Spielen mit Spielzeug und an die Fantasie. Aber Kinder, wie auch in "Toy Story 5" thematisiert, hängen stattdessen oft am Bildschirm.

Seidl: Das müsste viel mehr thematisiert werden. Ich glaube, man kann bewusst sagen: Wir haben ein Problem erschaffen. Der Film zeigt das Problem auf, aber auch die Lösung. Darum ist es eine schöne, runde Geschichte.

APA: Hatten Sie ein Lieblingsspielzeug?

Seidl: Viele, aber nie etwas Neues. Ich bin in der Tauschzentrale groß geworden, dorthin bin ich mit meiner Mama gefahren. Aber das meiste Spielzeug war selbst gebastelt, weil ich bin ein sehr technikaffiner Mensch, und mein Vater war so ein Bastler vor dem Herrn. Wir haben uns selbst einen Fuhrpark geschweißt. Mein Spielplatz war die Werkstatt.

APA: Die bessere Alternative zum stundenlangen Computerspielen.

Seidl: Ja. Wenngleich man natürlich Gefahr läuft, so zu klingen wie ein alter Mensch. Ich habe mit vielen Menschen darüber gesprochen. Hirnforscher sagen, dass die Bedenken nicht unberechtigt sind. Ich glaube generell, jede Kreativität, die du selbst erzeugst oder die aus dir selbst kommt, bringt dich weiter.

APA: Wie geht es bei Ihnen weiter?

Seidl: Fröhlich in erster Linie. Ich spiele jetzt noch mein Programm 'Eine Runde Seidl' bis Jahresende. Dann kommt vor Weihnachten 'Aufputzt is' sowohl wieder ins Kino als auch auf die Bühne. Und im Jänner gibt es eine Premiere. Da schreibe ich jetzt gerade das Programm und versuche gerade ein bisschen, den Zeitgeist abzustecken, was man so sagen kann, was man darf, was man sollte. Ich bin unsubventioniert und kann sagen, was ich will. Das ist ein Stückchen Freiheit.

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/HANS KLAUS TECHT

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