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Bewerberfeld für ORF-Direktionen steht, bleibt aber geheim

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Clemens Pig muss sein ORF-Direktorenteam zusammenstellen
Clemens Pig muss sein ORF-Direktorenteam zusammenstellen©APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER

Die Bewerbungsfrist für die 13 ORF-Direktorenposten ist abgelaufen. Die Anzahl der Kandidat:innen ist nicht bekannt, erste Namen hingegen schon. Die endgültige Entscheidung fällt am 11. August.

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In der Nacht auf Mittwoch ist die letzte Möglichkeit verstrichen, sich für einen der 13 ausgeschriebenen ORF-Direktorenposten zu bewerben. Wie viele Personen Bewerbungen für die öffentlich-rechtlichen Topjobs abgegeben haben, bleibt im Dunkeln.

Der künftige ORF-Generaldirektor Clemens Pig setzt auf Vertraulichkeit und gibt weder Anzahl noch Namen von Interessenten bekannt. In einer Aussendung ist von einem breiten Spektrum an internen und externen Persönlichkeiten die Rede.

Diese Namen sind bekannt

ORF-Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer hielt fest, dass sich unter den Bewerberinnen und Bewerbern „eine große Anzahl hochqualifizierter Medienmanagerinnen und -manager“ befinde. Das habe ihm Pig mitgeteilt. Manche Anwärterinnen und Anwärter haben ihre Bewerbung selbst öffentlich gemacht. So hat etwa die gegenwärtige ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz mitgeteilt, sich für die Direktionsfunktionen „Programm und Brands“ sowie „Audience und Plattformen“ beworben zu haben.

Der amtierende ORF-Technikdirektor Harald Kräuter geht ins Rennen um die Direktion „Technologie und Innovation“ – „weil ich die Aufgabe mit großer Freude ausführe“, hielt er auf APA-Anfrage fest. Wenn auch ORF-Finanzdirektorin Eva Schindlauer, die auf eine Anfrage nicht reagierte, eine Bewerbung abgegeben haben sollte, besteht die Möglichkeit, dass sich mit Blick auf die vier zentralen ORF-Direktionen personell wenig verändert.

Schindlauers Job könnte aber auch von ORF-III-Co-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz übernommen werden, schließlich bestätigte sie der APA eine Bewerbung für die Direktion „Finanzen und Verwaltung“. Zierhut-Kunz hatte sich auch für die ORF-Generaldirektion beworben und erhielt eine von 35 möglichen Stimmen. Strukturell wird die ORF-Radiodirektion, die von ORF-Chefin Ingrid Thurnher parallel geführt wird, aufgelassen.

Frischer Wind und einige Spekulationen

Frischen Wind von außen könnte Medienberater Matthias Settele bringen. Er hat sich laut Medienberichten für die Direktionen „Programm und Brands“, „Audience und Plattformen“ sowie „Finanzen und Verwaltung“ beworben. Der 59-Jährige hat etwa die slowakische Privatsendergruppe Markiza saniert und zur Marktführerschaft geführt.

Dem ORF stand er als Berater mit seiner Firma „SetTele Entertainment“ zur Seite, wobei er etwa Inputs zur Weiterentwicklung des Streamingbereichs lieferte. Bekannt wurde zudem die Bewerbung für die „Audience und Plattformen“-Direktion von Ex-ORF-Journalistin Sonja Sagmeister, die sich schon um den ORF-Chefsessel bemüht hatte, aber ohne Stimmen aus der Generaldirektorenwahl hervorging.

Naturgemäß wird über etliche weitere Bewerberinnen und Bewerber spekuliert, darunter FM4-Senderchefin Doroteja Gradištanac (vor ihrer Heirat als Dodo Roščić firmierend), ORF-Unterhaltungschef Martin Gastinger, Kronehit-Geschäftsführer Philipp König, ORF-TV-Magazinchefin Lisa Totzauer, die bei der ORF-Generaldirektorenwahl drei Stimmen erhielt, „ZiB1“-Moderatorin Nadja Bernhard oder auch ORF-Brüssel-Korrespondentin Raffaela Schaidreiter.

Drei Landeschefs verabschieden sich

Bei den neun ORF-Landesdirektorenposten kommt es jedenfalls zu mehreren personellen Änderungen. Denn Karin Bernhard (Kärnten) geht mit Ende des Jahres in Ruhestand „und kann ein gut aufgestelltes Landesstudio in jüngere Hände übergeben“, wie sie gegenüber der APA festhielt. Auch Gerhard Koch (Steiermark) und Waltraud Langer (Salzburg) bestätigten der APA, dass sie sich nicht erneut bewerben. Für letzteren Posten haben sich jedenfalls Gerd Schneider, aktuell Chefredakteur im Salzburger ORF-Landesstudio, und ORF-Moderatorin Romy Seidl-Laux beworben, wie die Salzburger Nachrichten berichteten.

Edgar Weinzettl will weiterhin als ORF-Landesdirektor in Wien tätig sein, bestätigte er seine Bewerbung gegenüber der APA. Auf Kontinuität setzen auch Werner Herics, der Chef im Burgenland bleiben möchte, und Esther Mitterstieler, die weitere fünf Jahre an der Spitze des Landesstudios in Tirol agieren möchte. Markus Klement (Vorarlberg) wollte sich zum laufenden Bewerbungsverfahren nicht äußern, auf eine Anfrage nicht reagiert haben die weiteren Landesdirektorinnen und -direktoren Klaus Obereder (OÖ) und Alexander Hofer (NÖ). Letzterem werden von Beobachtern auch Ambitionen auf die Führung einer Direktion in der ORF-Zentrale in Wien attestiert.

Wohl zahlreiche Bewerber

Mit zahlreichen Bewerberinnen und Bewerbern ist zu rechnen. Denn Pig sprach bereits Ende Juni von einer „großen Anzahl an Interessensbekundungen“. Zudem könnte das von Pig angestrebte „objektive, transparente und nicht diskriminierende“ Bewerbungsverfahren mehr Personen als in früheren Jahren anlocken, als manche Interessenten den Verdacht hegten, dass die Würfel ohnehin schon gefallen seien und sich eine Bewerbung folglich nicht lohne.

Ursprünglich war der 21. Juli für die Bestellung der vier ORF-Direktorinnen und -Direktoren und der neun ORF-Landesdirektorinnen und -Direktoren vorgesehen – für Pig, der einen ordnungsgemäßen, gesetzeskonformen Auswahlprozess gewährleisten möchte, zu knapp bemessen. Der Termin verschiebt sich auf den 11. August, wie nun auch ORF-Stiftungsratsvorsitzender Lederer bestätigte. Er zeigte sich sicher, dass „die Bestellungen nach allen professionellen Standards und unter strenger Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben umgesetzt werden“.

Der künftige ORF-Chef zieht zwei externe Personalberater aus Deutschland und der Schweiz hinzu, um einen „maximal äquidistanten Blick auf die Bewerbungen zu erhalten“. Mit ihnen erstellt er eine Shortlist für die jeweiligen Positionen und führt gemeinsam mit den Beratern Bewerbungsgespräche. Hat Pig sein Team gefunden, muss er es dem ORF-Stiftungsrat zur Bestellung vorschlagen – entweder in Blocks (zentrale Direktionen und Landesdirektionen) oder einzeln. Bereits angekündigt hat er, dass er auf ein strikt ausgewogenes Geschlechterverhältnis achten und Bewerber zu ihrer Identifikation mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag und Programmgrundsätzen wie Objektivität, Meinungsvielfalt und Achtung der Menschenwürde befragen wolle.

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