von
Russland hat seine Luftangriffe auf die Ukraine in den vergangenen Wochen verstärkt und nimmt dabei zunehmend die Logistik und wirtschaftliche Ziele ins Visier. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Moskau eine gezielte Kampagne vor. Dies sei "kein Zufall, sondern Teil von Moskaus systematischer Terrorkampagne gegen amerikanische Unternehmen und Wirtschaftsinteressen", schrieb er auf der Plattform X.
Der Chef von Ukrnafta, Bohdan Kukura, erklärte, diese Angriffe hätten kein militärisches Ziel. Dies sei "Terror und Einschüchterung der Zivilbevölkerung". Bunge teilte mit, ein Teil der Anlage in Dnipro sei getroffen worden. Mitarbeiter seien nicht zu Schaden gekommen.
Außerdem gab es Behördenangaben zufolge weitere Angriffe, unter anderem in Pawlohrad, Sumy und in der Hafenstadt Mykolajiw mit weiteren Toten und Verletzten. In Pawlohrad starben vier Menschen, es gab mehr als 60 Verletzte.
Russland bestreitet, absichtlich zivile Ziele anzugreifen. Die Ukraine hat ihrerseits Einrichtungen wie Ölraffinerien tief im russischen Landesinneren angegriffen. Die nun getroffene Anlage in Dnipro gehört zu den fünf größten Ölsaaten-Verarbeitungsbetrieben der Ukraine. Das Land war vor dem Krieg der weltgrößte Exporteur von Sonnenblumenöl.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete unterdessen von ukrainischen Angriffen auf Russland. Er schrieb in sozialen Medien von Attacken auf acht Infrastrukturobjekte, die dem Krieg dienten. Getroffen worden sei eine Ölraffinerie im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen und ein Handelshafen in der russischen Teilrepublik Dagestan. Angegriffen wurden demnach auch Anlagen in den Regionen Moskau, Woronesch, Astrachan und Brjansk, schrieb Selenskyj, ohne Details zu nennen.
Im Gebiet Woronesch wurde nach Angaben von Gouverneur Alexander Gussew eine Frau bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der Stadt Borissoglebsk getötet. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Über der Region seien 19 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.
Kanada stellt der Ukraine indes nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein wichtiges Paket zur Luftabwehr sowie Unterstützung für die Energiewirtschaft in Aussicht. Dies sagte Selenskyj vor einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney. Einzelheiten dazu nannte er zunächst nicht.
In seiner eigenen Stellungnahme verspricht Carney der Ukraine weitere Hilfe zur Abwehr russischer Angriffe sowie Unterstützung bei den Bemühungen um einen Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union. Kanada hat das Land seit dem Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 mit insgesamt mehr als 25,5 Milliarden kanadischen Dollar (15,90 Mrd. Euro) unterstützt.
