Die Sozialdemokratische Partei hält mit ihrem Vorsitzenden Andreas Babler nur noch 16 Prozent. Schlimmer für sie: Von einer Neuaufstellung ist sie weit entfernt.
Für die SPÖ im Allgemeinen und Andreas Babler im Besonderen ist es eine Katastrophe: Unter Führung des erklärten Linken verliert die Partei nicht mehr nur Wählerinnen und Wähler nach rechts, an die FPÖ etwa, sondern auch an Mitbewerber, die wie er links der Mitte stehen. Darauf lässt der Wahltrend der Austria Presseagentur (APA) schließen: Grüne haben zuletzt auf mehr als zwölf und Kommunisten auf mehr als vier Prozent zugelegt – während sie, die SPÖ, auf 16 Prozent abgestürzt ist.
Kein Wunder: Einst hat es Babler als Oppositionsvertreter nicht geschafft, eine relative Mehrheit der Wählerinnen und Wähler zu überzeugen; es war auch eigenes Unvermögen. Heute ist es ihm erst recht schier unmöglich: Als Vizekanzler ist er zu Kompromissen mit den Regierungspartnern ÖVP und NEOS gezwungen, die torpedieren, was er und viele seiner Anhänger gerne hätten; zum Beispiel eine Erbschaftssteuer. Damit gehen Enttäuschungen einher.
Widerspruch aus eigenen Reihen
Dazu kommt zunehmender Widerspruch aus den eigenen Reihen; nicht nur von seinem ewigen Gegner, dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: In mehreren Ländern wächst die Überzeugung, dass man nach rechts rücken und sich allenfalls mit der FPÖ arrangieren müsse, um längerfristig wenigstens ein bisschen Macht ausüben zu können. Einzig in Wien, wo Bürgermeister Michael Ludwig das Sagen hat, ist das anders. Dort hält man an Babler fest, hat heuer zu Jahresbeginn sogar das Angebot von Christian Kern ausgeschlagen, diesen abzulösen und zu zeigen, dass er es besser könne.
Getragen wird das unter anderem von der Überzeugung, dass man durch einen Wechsel entweder die Regierungsbeteiligung gefährden oder das Risiko eingehen würde, dass einem neuen Vorsitzenden als Vizekanzler bis zur Nationalratswahl in drei Jahren jegliche Strahlkraft abhandenkommt; dass er dann nichts mehr reißen würde.
Zu spät für Neuaufstellung
Dabei gibt es jedoch einen Haken: 2029 könnte es zu spät sein für eine Neuaufstellung – jedenfalls, wenn sich in Folge der Landtagswahlen 2027/2028 in Oberösterreich, Tirol, Salzburg, Niederösterreich und Kärnten die Abwärtsspirale für die Sozialdemokratie beschleunigen sollte und die Zeit dann hinten und vorne nicht mehr reicht, um das Blatt zu wenden.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 33+34/2026 erschienen.
