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Simona Mohamsson: Palästinenser-Tochter mit Davidstern

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Simona Mohamsson

©Imago, TT

Die Chefin der schwedischen Liberalen ist die ungewöhnlichste Ministerin in der Regierung des skandinavischen Landes.

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Simona Mohamsson wurde 1994 in Hamburg geboren. Ihr Vater ist Palästinenser, ihre Mutter Libanesin. Als sie acht Jahre alt war, zog die Familie nach Schweden und ließ sich in Överlida nieder. Heute ist Mohamsson Vorsitzende der schwedischen Liberalen sowie Bildungs- und Integrationsministerin.

Als sie im Juni 2025 zur Parteichefin gewählt wurde, war sie die erste Person arabischer Herkunft an der Spitze einer schwedischen Partei, und die Erste in ihrer Familie mit einem Universitätsabschluss. Die Familie hieß ursprünglich Mohammed. Nach der Übersiedlung änderte der Vater den Familiennamen in Mohamsson, um die Verbindung zwischen Herkunft und neuer Heimat auszudrücken.

Symbole

Bemerkenswert ist Mohamssons Haltung gegenüber der jüdischen Minderheit in Schweden. Während der Gaza-Krieg die politischen Fronten verschärfte, beharrte sie auf einer Trennung, die zunehmend verloren geht: „Israels Politik kann man zu Recht kritisieren – die Sicherheit schwedischer Juden steht nicht zur Diskussion.“

Als Schwedens Bildungsministerin machte sie auf die erschreckende Lage jüdischer Schüler aufmerksam. Untersuchungen zeigten, dass jüdische Jugendliche beschimpft, bedroht und mit Gewalt konfrontiert werden. Manche wagen es nicht mehr, ihre jüdische Identität offen zu zeigen. Für Mohamsson ist das keine Fortsetzung des Nahostkonflikts mit anderen Mitteln, sondern ein Versagen der demokratischen Strukturen: „Kein jüdisches Kind in Schweden darf für die Politik Israels verantwortlich gemacht werden.“

Die Tochter eines palästinensischen Vaters und einer Mutter aus dem Libanon definiert sich nicht über Konflikte ihrer Vorfahren, sondern über die Werte ihrer neuen Heimat

Am 17. August dieses Jahres trug Mohamsson während einer TV-Diskussion eine Kette mit dem Davidstern. Sie betonte, es sei eine Schande, dass jüdische Kinder ihre religiösen Symbole verstecken müssten, und löste eine Welle von Hassreaktionen aus. Valley Ghanem, eine Pro-Palästina Aktivistin, schrieb auf Social Media: „Möge sie brennen!“ Am 27. August erklärte der schwedische Staatsschutz Säpo, die Drohungen gegen Mohamsson zu untersuchen.

Mohamsson bezeichnete die Gewalt gegen jüdische Kinder als „gesellschaftliches Versagen“ und beauftragte das „Forum für lebendige Geschichte“, Bildungsmaßnahmen gegen Antisemitismus auszuarbeiten. Nach dem Terroranschlag in Sydney sagte sie in ihrer Weihnachtsrede 2025, dass in Schweden eine ähnliche Katastrophe jederzeit möglich sei, und warnte vor Islamisten und Extremisten unter der muslimischen Bevölkerung.

Herkunft

Vorwürfe linker und islamistischer Aktivisten, sie „verrate ihre palästinensische Herkunft“, begegnet Mohamsson mit einer klaren Botschaft: Sie definiere sich nicht über die Vergangenheit, sondern als „Västgöte, Schwedin und Europäerin“.

Europa diskutiert seit Jahrzehnten, was gelungene Integration bedeutet. Simona Mohamsson gibt darauf eine überraschend einfache Antwort. Integration gelingt dort, wo Hass und Vorurteil aus der Herkunft nicht die aktuelle gesellschaftspolitische Identität bestimmen. Die Tochter eines palästinensischen Vaters und einer Mutter aus dem Libanon definiert sich nicht über Konflikte ihrer Vorfahren, sondern über die Werte ihrer neuen Heimat.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 37/2026 erschienen.

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