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Das Ranking zur Pressefreiheit verdient wieder Vertrauen

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Peter Plaikner

©Matt Observe

Als die NGO Reporter ohne Grenzen Österreich in Sachen Pressefreiheit zwischen Moldau und Mauretanien einordnete, schadete sie dem Staat, aber vor allem ihrer eigenen Glaubwürdigkeit. 2026 liegt die Republik wieder dort, wo sie hingehört – hinter 18 europäischen Staaten. Peinlich, aber glaubwürdig.

Am Sonntag ist der Welttag der Pressefreiheit. Die UN-Generalversammlung hat ihn 1993 initiiert, um an die unverzichtbare Rolle unabhängiger Medien für Demokratien und den notwendigen Schutz von Journalisten zu erinnern. Dazu erscheint seit 2002 ein Ranking der Staaten. Österreichs Bewertung gleicht einer Achterbahnfahrt. Anfangs nur 26., gelang zum Ende der Dekade sogar zweimal der Sprung in die Top 10. 2022 folgte aber der Absturz von 17 auf 31 – eine Position, die zwei Jahre später noch einmal unterboten wurde.

Trotz berechtigter Kritik an der Regierungsphase von Sebastian Kurz und ihren Auswüchsen war das eher eine aktivistische Abstrafung als objektivierbare Einordnung. Die Platzierung hinter Osttimor, Samoa, Surinam und Moldau sowie direkt vor Mauretanien wirkte absurd. Das hat letztlich aber weniger dem Ansehen von Österreich geschadet als der hiesigen Reputation von Reporter ohne Grenzen (ROG), die für das Ranking verantwortlich sind.

Neuaufstellung nach dem Absturz

Die Folge war eine Neuaufstellung der von Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell geleiteten NGO. Zuerst verstärkten Falter-Journalistin Barbara Tóth und Medienanwältin Maria Windhager den Vorstand, aus dem davor ihr Kollege Gabriel Lansky und Aufdecker Michael Nikbakhsh durchaus als Protest ausgetreten waren. Schließlich wurde dem Präsidenten noch der Politologe und Publizist Martin Wassermair als Generalsekretär zur Seite gestellt. Und siehe da – noch im gleichen Jahr gelang Österreich ein Sprung um zehn Plätze – von 32 auf 22. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Heuer gelingt eine weitere Verbesserung auf Rang 19. Das ist nicht toll, aber realistisch. In 15 der bisher 24 Rankings lag Rotweißrot zwischen zehn und 20. Da Trinidad und Tobago wie Neuseeland zurückgefallen ist, liegen nur noch europäische Staaten vor Österreich. Das wirkt zugleich glaubwürdig und erschreckend. Ein Nachzügler unter Seinesgleichen.

Rückgewinnung von Index-Vertrauen

Doch nun gibt es eine Basis für Rückgewinnung von Vertrauen in den Index. Seine aktuelle Ausgabe erscheint aus nationaler wie globaler Perspektive einleuchtend. Russland (172 nach 171) und die USA (64 nach 57) fallen weiter zurück. Norwegen führt vor den Niederlanden, Estland, Dänemark, Schweden, Finnland und Irland. Nur sie erhalten das Prädikat „gut“.

Österreich gehört zu den 36 Staaten mit zufriedenstellender Pressefreiheit. Das ist kein Grund zur Selbstzufriedenheit, auch wenn 161 Staaten schlechter abschneiden.

Denn von unseren Nachbarn liegen nur die Schweiz (8), Tschechien (11), Liechtenstein (13) und Deutschland (14) besser. Slowenien (36), Slowakei (37), Italien (56) und Ungarn (74) schneiden deutlich schlechter ab. Rund um uns wird Demokratieabbau normal. Die gute Position von Tschechien, wo der öffentlich-rechtliche Rundfunk unter enormem Druck des Rechtspopulisten Andrej Babiš steht, lässt sich nur dadurch erklären, dass die RGO-Befragung diese Attacken nach seiner Regierungsbildung noch nicht erfasst.

Österreich läuft Gefahr, durch den multiplen ORF-Skandal 2027 zurecht wieder weit zurückzufallen. Transparente Aufarbeitung samt mehr Regierungsferne böte hingegen die Chance der Vorrückung. Doch solche Rankings sind der Koalition wohl wurscht.

Was meinen Sie? Schreiben Sie mir: pp@plaikner.at

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 18/2026 erschienen.

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