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Herr Karas, wir haben da noch eine Frage

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Othmar Karas

©Trend Wolfgang Wolak

Zwei Jahre nach seinem Abschied aus dem EU-Parlament zieht Othmar Karas Bilanz.

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Seit zwei Jahren sind Sie nicht mehr im Innersten der EU tätig. Was haben Sie seither über Europa gelernt?

Dass es besser ist, Europa, und was in Brüssel passiert, nicht zu verteidigen, sondern in den Dialog mit den Menschen über deren Lebensrealitäten, Ängste und Hoffnungen zu treten. Die europäische Zusammenarbeit wird dann oft Teil der Lösung dieser Probleme sein. Verteidigung ist nämlich auch immer wieder ein Beitrag zur Polarisierung zwischen innenpolitischer Sichtweise und europäischen Notwendigkeiten. Dieses Spiel darf man nicht mitspielen.

Dennoch muss man die geopolitische Rolle Europas mehr zum Thema machen: Es geht um die Frage, welche Rolle wir in der neuen Weltordnung spielen. Darüber muss auch innenpolitisch mehr diskutiert werden. Was ich vermisse, ist, dass ich nicht wie früher sofort eine Aktion im Europäischen Parlament setzen kann, um einen Beitrag zur Entwicklung Europas zu leisten, wenn ich etwas für richtig halte.

Steckbrief

Othmar Karas

geboren
24.12.1957

Der Niederösterreicher studierte Politikwissenschaft sowie europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht. In die Politik startete er als Obmann der Jungen ÖVP. Er war Nationalratsabgeordneter, Generalsekretär der ÖVP und seit 1999 im EU-Parlament, wo er Erster Vizepräsident war. Bei der EU-Wahl 2024 trat er nicht mehr an. Seit Oktober 2024 ist er Präsident des Forum Alpbach. Zudem ist er seit vielen Jahren Präsident des Hilfswerks Österreich.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 44/2026 erschienen.

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