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Wann mit der Reform zu rechnen ist, ließ Babler offen. Die "Gesamtreform" des öffentlich-rechtlichen Medienhauses werde "sicher kein einfaches Unterfangen", räumte er zum Auftakt der Veranstaltung am Donnerstag ein. Im Vorfeld des Forums gaben mehrere Parteien bereits ihre Vorstellungen preis. Die ÖVP ließ damit aufhorchen, dass sie sich auch eine Finanzierung des ORF aus dem Bundesbudget vorstellen könne, womit sie vom ORF-Beitrag in Form einer Haushaltsabgabe, welche die Partei selbst noch vor wenigen Jahren installiert hat, abrücken würde. Die SPÖ steht dem skeptisch gegenüber. Konsens zeichnet sich hingegen dahingehend ab, dass es eine Reform der ORF-Gremien braucht - wie diese genau aussehen soll, ist freilich noch offen.
Zum Auftakt des zweiten Tages war Susanne Wille, Generaldirektorin der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG), geladen. Sie sprach über Vertrauen und Relevanz im digitalen Zeitalter - und erinnerte an eine Volksabstimmung in der Schweiz, in der heuer eine Halbierung der Mittel für die SRG im Raum stand. 62 Prozent sprachen sich letztlich für eine starke SRG aus. "Die Menschen mögen das Vollprogramm. Dieses brauchen wir, um die Breite der Bevölkerung zu erreichen", sagte Wille.
Die Abstimmung sei eine Erinnerung daran gewesen, dass "wir unsere Legitimation jeden Tag neu verdienen müssen". Einfach nur Programm und Journalismus machen, reiche nicht mehr. "Wir müssen die Transparenz erhöhen, zugänglich und zugewandt sein", sagte die Generaldirektorin. Daher habe die SRG vermehrt den Austausch mit der Bevölkerung gesucht - "in Gasthöfen, in Dörfern".
Das Abstimmungsergebnis habe die SRG zwar gestärkt, "aber der Druck bleibt", sagte sie mit Blick auf ein verändertes Nutzerverhalten, Auffindbarkeit in Zeiten eines globalen Wettbewerbs, rasanten technologischen Entwicklungen und einem politischen Sparauftrag. Diesen in dreistelliger Millionenhöhe stemme man zu 95 Prozent durch Einsparungen in der Struktur. Doppelgleisigkeiten würden beseitigt, die Anzahl der Führungskräfte reduziert.
Der Journalismus werde dagegen bestmöglich geschützt, versicherte Wille. Da Vertrauen die entscheidende Währung sei, setze man auf Recherche, Faktenchecks und die Vermittlung von Medienkompetenz. Zugleich kooperiere man vermehrt mit privaten Medienhäusern, um gegen die internationale Digitalgiganten zu bestehen. So teile man etwa Video-Rohmaterial und überlege, die Plattformen für private Verleger zu öffnen.
