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"Höchster Anspruch und bis an die Grenze des Zumutbaren, das ist die Devise", beschrieb der künstlerische Leiter Otmar Klammer seinen Zugang. In der großen europäischen Festivallandschaft wolle man sich bewusst durch Überschaubarkeit profilieren.
Eröffnet wird am Donnerstag, 24. September, im Schloss Seggau, wo die Bühne zwischen den Weinfässern aufgebaut wird. Den Auftakt macht mit dem Trio Haezz eine laut Klammer derzeit stark gefragte österreichische Formation. Danach ist der New Yorker Kornettist Kirk Knuffke mit seinem Trio und dem Jazz-Geiger Charlie Burnham zu hören. "Es ist alles exklusiv", betonte Klammer.
Besonders "an die Grenzen" gehe man am Festival-Freitag. Stargast ist das neu formierte Quartett Sonic Organism & Greg Osby mit dem Schweizer Schlagzeuger Florian Arbenz, US-Saxofonist Greg Osby, Akkordeonist João Barradas und Bassist François Moutin. Herausragender Name des Quartetts ist Greg Osby, der seit Mitte der 1980er-Jahre zu den prägenden Altsaxofonisten des modernen Jazz zählt. Das Ensemble verbindet unterschiedliche Generationen und musikalische Hintergründe. Danach folgt das "schrille" Andromeda Mega Express Orchestra. Die Berliner Großformation spielt nur wenige Konzerte in Europa und in Leibnitz sein einziges Österreich-Konzert.
Für den späten Freitagabend wurde außerdem der mittlerweile 88-jährige Pianist Alexander von Schlippenbach mit "Monk's Casino" engagiert. Das Ensemble widmet sich dem Werk von Thelonious Monk und sei inzwischen nur noch selten zu erleben, erklärte Klammer. Die international verstreuten Musiker für einen Auftritt zusammenzubringen, sei entsprechend aufwendig. Zuvor steht auch ein Kinderkonzert mit der Stefan Heckel Group und Autor Heinz Janisch am Programm, mit dem gezielt Schulen und Kindergärten angesprochen werden sollen.
Am Samstag folgen unter anderem das skandinavische Kontrabass-Ensemble "Triple Double", das KOKO Trio sowie der kubanische Pianist Ramón Valle mit der Trompeterin Maite Hontelé. Beim Frauenanteil sei man heuer schwächer aufgestellt als in manchen Vorjahren, räumte Klammer ein. International liege das Verhältnis im Jazz weiterhin ungefähr bei 30 Prozent Frauen zu 70 Prozent Männern. Insgesamt tue sich in der Szene aber viel, meinte Klammer.
Zum Abschluss zieht das Festival erstmals in den historischen Park von Schloss Ottersbach. Dort bestreiten der französische Akkordeonist Vincent Peirani und seine Formation "Living Being" am Sonntag die Open-Air-Matinee. Die wetterfesten Plätze für die Matinee sind bereits ausverkauft, bei entsprechender Wetterprognose sollen weitere Karten aufgelegt werden.
Im Vorjahr kamen rund 1.200 Besucherinnen und Besucher, drei der vier Festivaltage waren ausverkauft. Das Gesamtbudget liegt heuer bei rund 150.000 Euro, sagte Organisatorin Isabella Holzmann. Unterstützung kommt von Bund und Land, mit dem Land Steiermark besteht ein Dreijahresvertrag bis 2028, wobei die Finanzierung derzeit bis 2027 zugesichert ist. Neu als Haupt- und Generalsponsor an Bord ist Autozulieferer Magna. Die Kulturszene sei derzeit von Unsicherheit geprägt und man habe in den vergangenen Jahren stets knapp kalkuliert, sagte Holzmann, durch den neuen Sponsor gebe es nun "ein paar Sorgen weniger". Klammer formulierte es so: "Wir haben jedes Jahr geschwitzt. Jetzt schwitzen wir weniger."
(S E R V I C E - 14. Jazzfestival Leibnitz - Jazz & Wein, 24. bis 27. September 2026; Weinkeller Schloss Seggau, Kulturzentrum Leibnitz, Altes Kino und Schloss Ottersbach; Programm und Tickets: jazzfestivalleibnitz.at)
