Gemessen an der Wirtschaftsleistung liegen die Ausgaben mit 33,4 Prozent nur noch knapp unter dem Niveau des Coronajahres 2020. Der Reformdruck bei den Pensionen und im Gesundheitswesen wächst.
Jeder dritte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, fließt in die Finanzierung von Sozialausgaben. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 171,8 Milliarden Euro dafür notwendig. Das ist vorläufigen Angaben der Statistik Austria zu entnehmen. Es entsprach 33,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Bei stark steigender Tendenz war die Quote damit nur noch geringfügig kleiner als im Ausnahmejahr 2020 (34,1 Prozent), das ganz im Zeichen des Ausbruchs der Coronapandemie stand. Davor war sie meist unter 30 Prozent gelegen und nach einem Rückgang danach vorübergehend nur knapp darüber. Seit 2022 ist sie von 30,4 auf die erwähnten 33,4 Prozent geklettert.
Sozialausgaben in Österreich
Österreich zählt zu den Ländern mit den höchsten Sozialausgaben gemessen an der Wirtschaftsleistung in der EU. Höher waren sie in den vergangenen Jahren ausschließlich in Finnland und Frankreich. 2023 betrugen sie hierzulande 30,6 und dort 31,8 bzw. 33,8 Prozent.
Gründe? Zum einen handelt es sich um eine Folge der Wirtschaftskrise: Das BIP wächst nicht mehr so stark wie es das in der Vergangenheit meist getan hat. Außerdem gibt es mehr Arbeitslose, die unterstützt werden müssen.
Zum anderen handelt es sich um eine Folge der großen Dynamik alterungsabhängiger Ausgaben. Sie fallen mit Abstand am stärksten ins Gewicht: Mit 81,9 Milliarden Euro gut die Hälfte der Sozialausgaben entfielen im vergangenen Jahr auf Pensionsleistungen sowie mit 46,9 Milliarden Euro mehr als ein Viertel auf das Gesundheitswesen. Die Zuwächse sind hier jeweils größer als die der Wirtschaftsleistung.
Das unterstreicht den Reformbedarf in diesen Bereichen. Problem: In Bezug auf das Gesundheitswesen haben sich Bund, Länder und Gemeinden erst auf Grundzüge einer Reform verständigt. Details, auf die es ankommt, sind offen.
Und was Pensionen angeht, haben die Regierungsparteien die Entscheidung für eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters überhaupt auf die nächste Legislaturperiode vertagt. Sie selbst können sich nicht darauf verständigen: NEOS wäre dafür, in der ÖVP sprechen sich einzelne Vertreter dafür aus, die SPÖ ist dagegen. Nach Ansicht von Experten wie Fiskalratschef Christoph Badelt wäre es jedoch eine notwendige und wirkungsvolle Maßnahme zur Absicherung der Altersversorgung.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 33+34/2026 erschienen.
