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Präsidentschaftswahl 2028: ÖVP zwischen den Fronten

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Othmar Karas als Präsident des Europäischen Forums Alpbach: Eine solche Ausrichtung entspricht der Volkspartei so gar nicht mehr.

©APA-Images, APA, EXPA

Für die nächste Präsidentschaftswahl zeichnet sich ein Duell wie 2016 ab, als es grün-blau war. Für die ÖVP ist das ein Problem: Im Hinblick auf eine Polarisierung hat sie denkbar schlechte Karten.

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Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Einerseits. Andererseits: Wenn es darum geht, bis zum Ende, nämlich bei der Bundespräsidentschaftswahl im Herbst 2028, eine aussichtsreiche Kandidatin, einen aussichtsreichen Kandidaten aufgebaut zu haben, dann wird es knapp. Dann ist es höchste Zeit, sich auf eine Persönlichkeit festzulegen. Noch hat das keine Partei getan.

Auch die FPÖ von Herbert Kickl nicht, die diesen Urnengang grundsätzlich sehr ernst nimmt: Für sie geht es darum, eine Dynamik zu ihren Gunsten aufrechtzuerhalten, durch die sie zu immer größeren Wahlerfolgen kommt. Außerdem ist es für Kickl wichtig, dass nach Amtsinhaber Alexander Van der Bellen ein loyaler Mann oder eine loyale Frau in die Hofburg kommt, die seine „Volkskanzler “Ambitionen genauso mitträgt, wie seine inhaltlichen Vorstellungen.

Dilemma

Für die ÖVP ist das ein Problem. Sie droht zwischen die Fronten zu geraten: Naheliegend wäre es, eine Persönlichkeit aufzustellen, die politisch ganz anders tickt als eine freiheitliche. Die zum Beispiel unmissverständlich proeuropäisch ist und auch links der Mitte punkten kann. Die in gewisser Weise Alexander Van der Bellen entsprechen würde, der als Ex-Grünen-Chef 2016 zur Verhinderung eines blauen Bundespräsidenten (Norbert Hofer) auch für Bürgerliche wie den damaligen ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner wählbar war. Anbieten dafür könnte sich etwa Othmar Karas, der nach vielen Jahren im Europaparlament das Europäische Forum Alpbach leitet.

Der Haken ist jedoch, dass eine solche Ausrichtung eher NEOS oder Grünen, der ÖVP aber so gar nicht mehr entspricht. Siehe die Kurskorrektur, um die sich ihr gegenwärtiger Chef, Kanzler Christian Stocker, aufgrund schlechter Umfragewerte bemüht. Ziel ist es, verstärkt rechts zu blinken. Also auf Distanz zur EU zu gehen und so zu tun, als werde man von dieser bloß wie ein „Bankomat“ behandelt; oder politischen Islam demonstrativ und allein als „größte Gefahr unserer Zeit“ zu bezeichnen.

Krachende Niederlage droht

Genau damit droht der Volkspartei bei einer Bundespräsidentenwahl jedoch eine krachende Niederlage; mit welchem Kandidaten oder welcher Kandidatin auch immer: Frei nach der Schmied-Schmiedl-Logik müsste sie befürchten, so Freiheitlichen jedenfalls zu unterliegen und wie vor zehn Jahren mit Andreas Khol gleich im ersten Wahlgang auszuscheiden.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 39/2026 erschienen.

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