Péter Magyar: Mitte-rechte Politik gewinnt durch explizit rechte Zugänge, wie sie von Orbán und Kickl gepflegt werden, an Bedeutung
©IMAGO / XinhuaNach der Wahlniederlage des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gegen Péter Magyar besteht für den FPÖ-Chef kein Grund zur Panik. Aber zur Sorge: Hier ist einiges ableitbar für Österreich.
Natürlich, FPÖ-Chef Herbert Kickl kann bei kommenden Wahlen nicht automatisch widerfahren, was dem bisherigen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gerade passiert ist. Das hat allein schon damit zu tun, dass er sich in Opposition befindet und daher davon profitiert, dass sehr viele Leute das Gefühl haben, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse für sie persönlich verschlechtern: Derlei geht auf Kosten von Regierenden, hierzulande ebenso wie in Ungarn eben auf jene von Orbán.
Trotzdem ist für Kickl ernst zu nehmen, was da im Nachbarland geschehen ist: Sollten Mitbewerber auf die naheliegende Idee kommen, sich zum Vorbild zu nehmen, wie sich Péter Magyar gegen Orbán durchsetzt hat, kann es kritisch werden für ihn.
1. Mitterechts ist mehrheitsfähig
Ableitbar ist einiges. Erstens: Mitterechte Politik ist auch in Österreich viel eher mehrheitsfähig als linke und gewinnt durch explizit rechte Zugänge von Orbán und Kickl noch dazu an Bedeutung: Dadurch ist es vielen Wählerinnen und Wählern wirklich wichtig geworden, dass man sich zumindest zur liberalen Demokratie und zur europäischen Integration bekennt bzw. sich Donald Trump und Wladimir Putin entgegenstellt. Entscheidend ist halt, dass man es tut.
2. Neu formieren und öffnen
Zweitens: Wenigstens für ÖVP und SPÖ könnte es darauf ankommen, sich neu zu formieren und zu öffnen; sowie glaubwürdig zum Ausdruck zu bringen, dass sie das Beste für Österreich und nicht für sich selbst wollen, wie sie es beispielsweise durch die Weigerung vermitteln, den ORF zu entpolitisieren und damit auch eigenen Einflussnahmemöglichkeiten zu entziehen.
3. Mehr Bürgernähe
Drittens: Ein wesentliches Element von Kickls Wahlerfolgen ist, dass er behauptet, der Einzige zu sein, der sich ganz der Sorgen und Nöte „einfacher“ Menschen annehme. Seine Mitbewerber, von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) abwärts, widerlegen das bisher nur begrenzt. Es ist eher die Ausnahme, dass sie sich in ihrer Sprache direkt an Bürgerinnen und Bürger wenden oder überhaupt auf den Weg machen, um einen persönlichen Austausch zu pflegen. Magyar hat größten Wert darauf gelegt, das zu tun – und es gilt als eine Erklärung für seinen Triumph.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 17/2026 erschienen.







