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Die Heuchelei des Israel-Boykotts

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Während in Europa zum Boykott Israels aufgerufen wird, wächst die Nachfrage nach israelischer Technologie, Rüstung und Agrartechnik andernorts. Israel reagiert mit neuen Märkten in Asien, Afrika und Lateinamerika.

In Berlin geht eine Gruppe grauhaariger Frauen und Männer kreischend durch einen Supermarkt, das Israel-BoykottSymbol auf ihren Jacken (BDS – Boykott, Divestment, Sanctions). Sie werfen Jaffa-Orangen auf den Boden und Packungen mit Datteln, auf denen „Product of Israel“ steht. Gleichzeitig bestellt Deutschland in Israel das „Arrow-Raketenabwehrsystem“ um 6,7 Milliarden US-Dollar. In Griechenland verweigern Restaurants israelischen Touristen den Zutritt, Hotels stornieren ihre Reservierungen. Zur selben Zeit kauft die griechische Regierung das israelische „Achilles Shield“ Raketenabwehrsystem um vier Milliarden US-Dollar.

Israel ist das einzige Land, gegen das Künstler zum Boykott aufrufen, Universitäten Kooperationen beenden wollen und Aktivisten Supermärkte nach israelischen Waren durchsuchen, während Regierungen und Unternehmen Schlange stehen, wenn es um israelische Militärtechnik, Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft, Medizindiagnostik und Cybersicherheit für Banken, Energieversorger, Flughäfen, Forschungszentren und Verwaltung geht.

Doppelmoral

Aus Doppelmoral ist längst politische Realsatire geworden. Spanien verkündete, seine militärischen Beziehungen zu Israel abzubrechen und Rüstungsaufträge zu stornieren. Wenige Wochen später erteilte die Regierung eine Ausnahmegenehmigung, damit Airbus in den spanischen Werken israelische Technologie in die Flugzeuge einbauen konnte. An den Universitäten wird über den Ausschluss israelischer Wissenschafter diskutiert, während Forschungsdaten durch israelische Cybertechnologie geschützt werden.

Besonders absurd zeigt sich der Widerspruch im Rüstungsgeschäft. Im Jahr 2025 erreichten Israels Verteidigungsexporte mit 20 Milliarden Dollar einen neuen Rekord, fast 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Innerhalb von fünf Jahren haben sich die Exporte mehr als verdoppelt. Raketenabwehr, Radarsysteme, elektronische Kriegsführung, Satelliten, Drohnen und Cybertechnik werden von Staaten bestellt, an deren Universitäten Palästina-Aktivisten jüdischen Studenten den Zutritt verweigern.

Doch Israels Exportwirtschaft – militärisch wie zivil – ist von politischen Einflüssen nicht zu trennen. Boykottbewegungen in Europa und Nordamerika werden nicht ignoriert oder unterschätzt. Israel reagierte während der letzten Jahre mit einer strategischen Neuorientierung und konzentrierte seine Außenhandelsaktivitäten auf Asien, Afrika, Lateinamerika und Naher Osten.

Bewässerung

Die Abraham-Abkommen öffneten die Märkte der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains und Marokkos für Waffen und Abwehrsysteme. Ägypten und Jordanien beziehen Technologien für Medizindiagnostik und Landwirtschaft. Dubai ist für Israel inzwischen ein wichtiger Handelsplatz, Verkehrsknotenpunkt und Tor nach Asien und Afrika. Zwischen Tel Aviv und Dubai besteht eine der dichtesten internationalen Flugverbindungen mit bis zu 20 Flügen pro Tag. Ebenso gewinnt Abu Dhabi wirtschaftlich und strategisch an Bedeutung.

Den Ländern Afrikas liefert Israel neben militärischen Gütern Bewässerungstechnik, Entsalzung, Wasserrecycling, digitale Landwirtschaft, Saatgut und Solartechnik. In mehr als einem Dutzend afrikanischer Staaten konnten mit der Tröpfchenbewässerung trockene Gebiete als neue Anbauflächen gewonnen werden.

Lateinamerika bildet eine weitere Säule. Israel war das erste Land außerhalb Amerikas, das ein Freihandelsabkommen mit dem Mercosur abschloss. Brasilien ist ein bedeutender Abnehmer israelischer Agrartechnik, Chemieprodukte, Medizintechnik sowie Cyber- und Sicherheitssysteme. Für Argentinien, Paraguay, Uruguay, Kolumbien, Chile, Panama und Mexiko zählt weniger politische Sympathie als die überlegene technische Leistungsfähigkeit israelischer Produkte.

In Asien gehört Indien seit Jahren zu den wichtigsten Kunden der israelischen Rüstungsindustrie. Singapur hätte ohne israelische Berater und Produkte überhaupt keine Armee. Die Philippinen kaufen Radarsysteme, Patrouillenboote, Panzerfahrzeuge und Flugabwehrtechnik. Vietnam modernisierte seine Armee mithilfe von Israel, und Südkorea lässt die Piloten der Kampfflugzeuge durch Israelis ausbilden.

Ausgrenzung

Hightech-Unternehmen nutzen das kreative Potenzial vor Ort. Intel entwickelt in seinen Labors in Israel Prozessorarchitekturen. Apple, Microsoft, Google und Amazon betreiben Entwicklungszentren. Nvidia plant ein gigantisches Forschungszentrum in der Nähe von Haifa mit 10.000 Mitarbeitern. Israel ist längst nicht nur Lieferant, sondern wichtiger Teil einer kreativen, internationalen Infrastruktur.

Anti-israelische Propaganda und ein absurder „Antizionismus“ mögen linken Parteien jene Stimmen bringen, die sie unter Arbeitern und Arbeiterinnen längst verloren haben. Das jüdische Volk jedoch hat über Jahrtausende gelernt, Verleumdung, Ausgrenzung und Vertreibung mit Anpassungsfähigkeit, Erfindungsgeist und der Suche nach neuen Möglichkeiten zu begegnen.

Während anti-israelische Parteien, Organisationen und Regierungen versuchen, Israel aus Europa und Nordamerika zu verdrängen, erschließt das Land neue Märkte – und wird dort mit offenen Armen empfangen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 32/2026 erschienen.

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