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Israel ehrt Charlie Kirk posthum mit Auszeichnung gegen Antisemitismus

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Charlie Kirk

©IMAGO / Anadolu Agency

Bei einer Konferenz in Jerusalem will Israel den getöteten US-Aktivisten für sein Engagement gegen Antisemitismus auszeichnen. Die Entscheidung ist nicht unumstritten. Auch Ex-Kanzler Sebastian Kurz wird bei den Feierlichkeiten dabei sein.

Israel wird den US-amerikanischen konservativen Aktivisten Charlie Kirk posthum für seinen Einsatz gegen Antisemitismus auszeichnen. Das teilte das Büro von Premierminister Benjamin Netanyahu am Mittwochabend mit. Übereinstimmenden Medienberichtenzufolge soll sie Ehrung soll im Rahmen der International Conference on Combating Antisemitism Ende Jänner in Jerusalem erfolgen, vier Monate nach Kirks Ermordung während eines Auftritts an einer US-Universität.

Die Konferenz wird in diesem Jahr zum zweiten Mal von der israelischen Regierung ausgerichtet. Laut offiziellen Angaben widmet sich das Treffen der Bekämpfung von Antisemitismus und Holocaust-Leugnung in der Gegenwart. Zu den erwarteten Teilnehmern zählen mehrere pro-israelische Politiker, darunter der albanische Premierminister Edi Rama sowie der frühere österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Charlie Kirk war Mitbegründer der konservativen Organisation Turning Point USA und trat öffentlich wiederholt als Unterstützer Israels auf. Netanyahu bezeichnete ihn nach dessen Tod als „lion-hearted friend“ Israels und als Verteidiger einer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation. Kirk berief sich in seinen Reden häufig auf religiöse Bezüge, um amerikanische Christen und Konservative zur Unterstützung Israels aufzurufen.

Gleichzeitig war Kirk auch umstritten. Aussagen zu jüdischer Philanthropie und zur Filmindustrie in Hollywood führten zu Antisemitismusvorwürfen. Zudem wurde seine Position zu Israel innerhalb des konservativen Lagers zunehmend diskutiert. In einem Interview in der „Megyn Kelly Show“ erklärte Kirk im vergangenen Jahr, die Unterstützung für Israel sei in Teilen so strikt geworden, dass selbst zurückhaltende Kritik an politischen Entscheidungen kaum mehr möglich sei.

Vor diesem Hintergrund wird die Entscheidung Israels, Kirk posthum auszuzeichnen, unterschiedlich bewertet. Die Regierung betont seinen Einsatz gegen Antisemitismus, während Kritiker auf die kontroversen Aspekte seines öffentlichen Wirkens verweisen.

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