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Hitler, Lenin, Stalin – die Antizionisten

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Josef Stalin und Adolf Hitler

©Imago, TT

Drei totalitäre Ideologien, ein gemeinsames Feindbild: Welche historischen Linien der Antizionismus verbindet und warum seine Geschichte bis heute relevant ist.

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Wenn sich die britische Green Party auf ihrem Parteikongress im Oktober zum „Antizionismus“ bekennt und linke Parteien diesem Vorbild folgen, begeben sie sich in eine bemerkenswerte ideologische Gesellschaft.

Denn die Ablehnung des Zionismus verbindet zwei konträre Bewegungen – Nationalsozialisten und Kommunisten. Von Hitler über Lenin bis Stalin zieht sich die Feindschaft gegenüber dem Zionismus. Unterschiedliche Motive, unterschiedliche Begründungen, dasselbe Ergebnis: die jüdische Nationalbewegung wird zum Feind erklärt.

Hitler

Für Hitler war bereits die Vorstellung eines jüdischen Staates Teil seiner antisemitischen Verschwörungsfantasie. In „Mein Kampf“ verspottet er die Behauptung, Zionisten wollten einen Staat in Palästina errichten, um dort zu leben.

Er unterstellt ihnen, ein Machtzentrum zu planen: „Sie haben in Wirklichkeit nicht die Absicht, in Palästina einen jüdischen Nationalstaat zu errichten, sie wollen eine zentrale Organisation schaffen, die sich der Kontrolle anderer Staaten entzieht.“ Der Staat sei nicht als Heimat geplant, sondern als Zentrale für den weltweiten Herrschaftsanspruch der Juden – damit erklärten die Nationalsozialisten alle Juden zu Zionisten.

Lenin

Von einer anderen ideologischen Ausgangsposition gelangte Lenin ebenfalls zur Ablehnung des Zionismus. 1903 bezeichnete er das Ziel einer jüdischen Nation als „völlig falsch und reaktionär“. Der Zionismus widerspreche den Interessen des jüdischen Proletariats und würde den Prozess zur klassenlosen Gesellschaft behindern.

Lenin kritisierte den Antisemitismus und gleichzeitig den Zionismus. Eine Haltung, die Teile der heutigen Linken übernahmen – Juden sollen vor Diskriminierung geschützt werden, solange sie ihre nationale Selbstbestimmung ablehnen.

Stalin

Die Sowjetunion unterstützte 1947 die Teilung Palästinas und anerkannte Israel 1948 – ein jüdischer Staat könnte den britischen Einfluss im Nahen Osten schwächen. Als Israel sich dem Westen an näherte, wurden Zionisten zu Feinden erklärt. Sie standen angeblich im Dienst des amerikanischen Imperialismus und des internationalen Kapitals. Die Sprache war kommunistisch, die Verschwörungsfantasie erinnerte an Hitler.

Unter Stalin wurden jüdische Künstler und Intellektuelle verfolgt und ermordet – eine „zionistische Verschwörung“ konstruiert. Zionismus wurde zum politischen Verdachtsbegriff, mit dem er Juden verfolgen ließ, ohne ihre Herkunft als Grund nennen zu müssen. 1975 erklärte der sowjetische UN-Botschafter Jakow: „Wir sind Antizionisten und keine Antisemiten.“ Der Zionismus sei faschistisch und rassistisch.

Antizionismus als Rechtfertigung

Hitler sah im Zionismus eine jüdische Weltverschwörung. Lenin verdammte ihn als reaktionären Nationalismus. Stalin brandmarkte ihn als Werkzeug des Imperialismus. Drei Ideologien, drei Begründungen, ein gemeinsames Feindbild.

Der Antizionismus lieferte die zeitlose, passende Rechtfertigung, Juden zu verfolgen. Wer ihn heute zum politischen Glaubensbekenntnis erhebt, sollte seine Geschichte kennen – und wissen, in welch zweifelhafter Gesellschaft er sich damit wiederfindet.

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Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 43/2025 erschienen.

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