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Viele andere lehnten die Gesetzesinitiative "Corporate Resource for Europe" (CORE) prinzipiell ab. "Die Lösung besteht darin, die Steuer so auszuweiten, dass sie so gut wie alle großen Unternehmen erfasst."
Die EU-Kommission betonte, sie sei "weiterhin bereit, den Rat und das Europäische Parlament dabei zu unterstützen, eine Einigung über den neuen Finanzrahmen zu erzielen, da diese Mittel unerlässlich sind, um die angemessene Finanzierung unserer gemeinsamen Prioritäten im nächsten Jahrzehnt sicherzustellen". Der Branchenverband Computer & Communications Industry Association (CCIA), der zahlreiche US-Techfirmen vertritt, war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Den überarbeiteten EU-Plänen zufolge sollen sämtliche Unternehmen, die in der Staatengemeinschaft einen jährlichen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro erwirtschaften, eine pauschale Abgabe zwischen 100.000 und 750.000 Euro zahlen. Nach dem bisherigen Entwurf hätte eine solche Regelung nur eine vergleichsweise geringe Zahl multinationaler Konzerne betroffen. US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, Waren aus Ländern, die eine Digitalsteuer für US-Unternehmen einführen, mit Importzöllen in Höhe von 100 Prozent zu belegen. Frankreich hatte eine derartige Abgabe 2019 eingeführt.
Das österreichische Bundeskanzleramt verwies in einer Reaktion auf den Vorschlag auf das Europäische Parlament, das zuletzt eine EU-Digitalsteuer als neues Eigenmittel gefordert habe. "Ein Legislativvorschlag der Kommission dazu liegt noch nicht vor", betonte eine Sprecherin von Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) auf APA-Anfrage. Grundlage der Beratungen seien daher die vorliegenden Vorschläge zu Emissionshandel, CO2-Grenzausgleich, Elektroschrott, Tabak und CORE.
Der von der EU-Kommission vorgeschlagene mehrjährige EU-Haushalt von rund 2 Billionen Euro wird unter anderem von Österreich als zu hoch kritisiert. Traditionell skeptisch steht die österreichische Regierung auch neuen EU-Schulden gegenüber. Neue Eigenmittel sind für Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) "eine Finanzierungsmöglichkeit", die aber nicht die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen dürfe. Die irische Ratspräsidentschaft dürfte Ende der Woche ihren neuen Kompromissvorschlag zum Budget vorlegen, die sogenannte "Nego-Box" (Verhandlungsbox). Diese soll beim EU-Gipfel kommende Woche diskutiert werden. Die Präsidentschaft will die Verhandlungen bis Ende des Jahres abschließen, was als sehr ambitioniert gilt, da die Positionen noch weit auseinander liegen.
