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Krawalle in Frankreich: Macron nennt Migrations-Vorwürfe aus dem Ausland „dumm“

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PARIS, 18. OKTOBER 2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor einer interministeriellen Krisensitzung im Élysée-Palast. Das Treffen findet einen Tag nach Ausschreitungen und Plünderungen im Umfeld der landesweiten Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten statt.

©AFP, APA, POOL, LUDOVIC MARIN

Nach den Ausschreitungen in mehreren französischen Städten hat Präsident Emmanuel Macron Kommentare ausländischer Politiker scharf zurückgewiesen. Zuvor hatten US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance die Unruhen mit Migration erklärt. Die Regierung in Paris bereitet sich auf neue Proteste am Samstag vor.

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Macron spricht von Manipulation der Information

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Mittwoch in Doha Kommentare ausländischer Politikerinnen und Politiker zu den Krawallen in Frankreich als „unakzeptabel und ebenso dumm“ bezeichnet. Manche würden „auf dem Rücken Frankreichs Wahlkampf machen“, sagte Macron vor Journalistinnen und Journalisten während seiner Reise in die Golfregion. Namen nannte er nicht.

Eine sichtbare ausländische Einmischung in die Ereignisse gebe es nicht, sagte Macron, wohl aber eine ausländische Manipulation der Information. Einige Staats- und Regierungschefs hätten leichtgläubig gefälschte, mit künstlicher Intelligenz erzeugte Videos weiterverbreitet. Die Behauptung, Frankreich sei von Horden von Migranten und Islamisten überrannt worden, sei „völlig falsch“. Zugleich stellte er klar: „Es gibt keine legitime Gewalt. Keine.“

Was Trump und Vance geschrieben hatten

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, Frankreich brenne. Er machte die Einwanderung von Menschen „aus einer völlig anderen Welt“ verantwortlich und forderte das Land auf, seine Grenzen zu schließen. Vizepräsident JD Vance schrieb auf X, westliche Liberale hätten im Namen von Vielfalt und Mitgefühl „die Dritte Welt importiert“. Er hoffe, dass Frankreich diesen Wahnsinn stoppe, bevor weitere Wahrzeichen brennen.

Die französische Regierung macht dagegen linksradikale Gruppen und Plünderer verantwortlich, die sich unter friedliche Demonstrationszüge gemischt hätten. Justizminister Gérald Darmanin sagte, linksextreme Gruppen hätten offenbar gezielte Angriffe auf staatliche Symbole organisiert.

Wie es zu den Unruhen kam

Auslöser war ein landesweiter Protesttag am 17. Oktober gegen die hohen Lebenshaltungskosten und steigende Treibstoffpreise. Aufgerufen hatten unter anderem Gewerkschaften, Studierendenverbände und Gruppen aus dem Umfeld der Gelbwesten. Die Demonstrationen verliefen überwiegend friedlich, in Paris, Lyon, Marseille und anderen Städten kam es aber zu Plünderungen und Zusammenstößen mit der Polizei. In Limoges wurde das historische Rathaus durch einen Brand schwer beschädigt.

Innenminister Laurent Nuñez räumte in der Nationalversammlung eine mangelnde Vorbereitung ein, sowohl bei der Zahl der Demonstrierenden als auch bei den Plünderern. Seit dem Wochenende gelten in Teilen von Paris und Lyon nächtliche Ausgangssperren, in Lyon von 21 bis 6 Uhr. Die Nationalversammlung setzt auf Vorschlag ihrer Präsidentin Yaël Braun-Pivet einen Untersuchungsausschuss zu den Ereignissen ein.

Soldaten sollen die Polizei am Samstag entlasten

Für Samstag, den 24. Oktober, haben Studierendenverbände und Gelbwesten-Gruppen zu einem neuen Protesttag aufgerufen. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte im Parlament an, der Sicherheitseinsatz werde „massiv“ sein. Die Rückkehr zur Ordnung sei die Voraussetzung für alles andere.

Soldaten der Anti-Terror-Operation Sentinelle sollen die Bewachung sensibler Orte übernehmen, damit mehr Polizistinnen und Polizisten für den Einsatz bei Demonstrationen frei werden. Die Regierung prüft laut Nuñez auch ein Verbot nicht angemeldeter Kundgebungen. Einen Ausnahmezustand schloss er nicht grundsätzlich aus, die Voraussetzungen dafür seien derzeit aber nicht gegeben. Macron will am Donnerstag mit Ministern und den Chefs der Nachrichtendienste über die Ereignisse vom 17. Oktober beraten.

Quellen: Fragestunde der französischen Nationalversammlung vom 20. Oktober 2026, Beitrag von Donald Trump auf Truth Social und Beitrag von JD Vance auf X vom 18. Oktober 2026, Aussagen von Emmanuel Macron in Doha vom 21. Oktober 2026

Weitere Quelle: LCP, Euronews

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