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Schieder nannte den Protest am Rande der Plenarwoche in Straßburg gegenüber der APA einen "noch nie dagewesenen Angriff auf die Wahlbeobachtungsmission des EU-Parlaments". Die Rede war von einem "Präzedenzfall". "Als erfahrener Wahlbeobachter lasse ich mich nicht von Zurufen irritieren und werde mich auch dieses Mal darauf fokussieren, ob die Wahl frei und fair ist", sagte Brandstätter nach den Abstimmungen im EU-Parlament zur APA. "Frau Brnabić soll zur Kenntnis nehmen, dass wir uns selbstverständlich an unsere Vorschriften halten", fuhr er fort. Die Aufregung sei "ein bisschen sonderbar".
Schieder und Brandstätter hatten sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch über die Regierung unter dem vormaligen Präsidenten Vučić geäußert. Schieder wurde in der serbischen Öffentlichkeit daraufhin sogar zur Zielscheibe von Kampagnen, die teils bis hin zu rechtlichen Schritten seinerseits führten. Der SPÖ-Politiker habe in seiner Funktion als Beobachter bei den Wahlen im Dezember 2023 in der Republik Serbien wiederholt und eklatant gegen den Verhaltenskodex für internationale Wahlbeobachter verstoßen, heißt es nun in dem Schreiben aus Belgrad, das der APA vorliegt.
Der NEOS-Politiker hatte wiederum die serbische Regierung im August 2025 auf dem Kurznachrichtendienst X kritisiert. Es erschließe sich ihr nicht, wie Brandstätter "dem Wahlprozess unvoreingenommen begegnen und seine Einschätzungen auf gesicherte Fakten stützen kann", so Brnabić dazu. Auch andere Mitglieder des Wahlbeobachtungsteams nimmt die serbische Präsidentin in dem Brief ins Kreuzfeuer.
Schieder und Brandstätter fliegen noch am Donnerstag nach Serbien. Auch ein Termin bei der serbischen Präsidentin steht laut APA-Informationen auf dem Programm der Delegation. Das EU-Parlament prüft derzeit auch eine mögliche Anpassung der Sicherheitsvorkehrungen für die Delegation um Schieder.
Schieder bekam am Dienstag Rückendeckung vom ÖVP-Abgeordneten Lukas Mandl: Serbien meine, "sich aussuchen zu können, wer diese Wahlbeobachtung durchführt", sagte Mandl. "Österreich ist eine starke Stütze der sechs Westbalkan-Staaten. Als Österreicher ist Andreas Schieder eine ideale Wahl für die Leitung der Wahlbeobachtung."
Nach anhaltenden Demonstrationen hatte Präsident Aleksandar Vučić das Parlament aufgelöst und war von seinem Amt zurückgetreten. Brnabić folgte ihm kommissarisch nach. Am Sonntag finden in Serbien vorgezogene Parlamentswahlen statt, bei denen Vučić als Spitzenkandidat eines Wahlbündnisses mit dem Namen "Vereinigtes Serbien" ins Rennen geht. Umfragen deuten auf ein knappes Rennen mit der Studentenliste hin, die mit Experten und Universitätsprofessoren antritt und sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben hat.
