Statistik Austria hat erhoben, wie die Bevölkerung mögliche Maßnahmen zur Budgetsanierung sieht. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Sie widersprechen dem politischen Mainstream.
Die Ergebnisse würden darauf hindeuten, „dass Konsolidierungsmaßnahmen vor allem dann auf Akzeptanz stoßen, wenn sie primär hohe Vermögens- und Unternehmensgewinne betreffen“, heißt es in einem Bericht, den die „Statistik Austria“ und das „Institut für Höhere Studien“ (IHS) erstellt haben. Und zwar zu einer Befragung von rund 3.500 18bis 74-jährigen Menschen in Österreich, bei der es im Februar und im März um soziale Krisenfolgen, aber eben auch mögliche Maßnahmen zur Budgetsanierung gegangen ist.
Rausgekommen ist, dass eine Erhöhung von Einkommensteuern und Sozialversicherungsbeiträgen ebenso deutlich abgelehnt wird wie Einsparungen bei den Pensionen. Anders formuliert: Dafür sprechen sich gerade einmal fünf, sechs Prozent aus. Mehr, aber auch nur eine Minderheit von 30 Prozent, sind für die Kürzung von Sozialleistungen wie der Mindestsicherung.
Auf Zustimmung einer Mehrheit stoßen hingegen höhere Steuern für Konzerne, die Gewinne machen und bisher kaum etwas abliefern hierzulande (74 Prozent) sowie die Einführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern: 61 Prozent sind für eine Vermögenssteuer oder einmalige Abgabe, 58 Prozent für eine Erbschaftssteuer – jeweils ausdrücklich für die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung.
Dabei mag eine Rolle spielen, dass kaum jemand davon ausgeht, davon betroffen zu sein. Umso bemerkenswerter sind die hohen Zustimmungswerte auch bei Haus- und Wohnungseigentümern*, die am ehesten einen Grund hätten, dagegen zu sein: Selbst bei denen, bei denen kein ausstehender Kredit mehr vorliegt, sind 56 Prozent für eine Vermögens- und 50 Prozent für eine Erbschaftssteuer für die obersten zehn Prozent, während umgekehrt nur 26 bzw. 30 Prozent dagegen sind. Der Rest schwankt.
Haus- oder Wohnungseigentum
Haus- oder Wohnungseigentum ist der mit Abstand bedeutendste Vermögensbestandteil in Österreich: Wer Vermögen hat, wohnt meist im Eigentum, wer über keines oder nur über sehr geringes verfügt, hingegen in Miete.
Dazu kommen wird es in absehbarer Zeit aber nicht: Mit FPÖ, ÖVP und NEOS ist auf parlamentarischer Ebene eine Zweidrittelmehrheit kategorisch dagegen, sind einzig Sozialdemokraten und Grüne zumindest für eine Erbschaftssteuer.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 27/2026 erschienen.
