Donald Trump will die Straße von Hormuz unter US-Kontrolle stellen und dafür Geld verlangen. Der Iran weist das scharf zurück. Die Spannungen zwischen beiden Ländern eskalieren erneut.
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Die USA wollen nach den Worten von Präsident Donald Trump die Straße von Hormuz „übernehmen“ und für die militärische Absicherung bezahlt werden. „Wir übernehmen die Kontrolle über die Meerenge“, verkündete Trump am Montag im Fernsehsender Fox News. Das iranische Militär wies die Angaben umgehend zurück. Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich zuvor zu einem erneuten Kriegsausbruch gesteigert.
Trump will „Schutzengel“ sein
„Wir werden der Wächter der Meerenge“, sagte Trump. Die USA könnten sich dann „Schutzengel“ der Straße von Hormuz nennen. „Wir werden dafür bezahlt werden, sie zu bewachen“, sagte Trump. Der Präsident hatte bereits im Juni mit einer Art Maut für die Straße von Hormuz gedroht, sollten die Verhandlungen mit dem Iran scheitern.
Ein Sprecher des iranischen Militärkommandos entgegnete in einer Videobotschaft, Teheran werde ein Eingreifen der USA in der strategisch wichtigen Meerenge „unter keinen Umständen zulassen“. Jede Zusammenarbeit der Golf-Staaten mit Washington werde zudem als „Kriegshandlung“ betrachtet.
Die Spannungen hatten sich zuvor wieder deutlich verschärft. In der Nacht auf Montag beschossen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben dutzende Ziele im Iran. Es gab mindestens vier Tote. Die iranischen Revolutionsgarden griffen ihrerseits US-Militärziele in Jordanien, Kuwait, Bahrain und im Oman an.
Iran sieht sich nicht mehr an Vereinbarung gebunden
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Rund die Hälfte der Zeit ist vorbei, ohne dass es eine Annäherung gegeben hätte. Die erneute Gewalt stellt das Übergangsabkommen infrage, das die für den weltweiten Handel mit Öl und Gas wichtige Straße von Hormuz eigentlich wieder öffnen und den Krieg beenden sollte, den die USA und Israel am 28. Februar gegen den Iran begonnen hatten.
Der Iran sieht sich nach eigenen Angaben nach den jüngsten kriegerischen Ereignissen bei Verstößen der USA gegen das Mitte Juni zwischen beiden Ländern geschlossene Rahmenabkommen nicht mehr an die Vereinbarung gebunden. „Jedes Mal, wenn die andere Seite ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, haben wir unsere ebenfalls nicht eingehalten“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, am Montag vor Journalisten in Teheran.
Analysen zu aktuellen Entwicklungen
„Der Iran betrachtet die Kontrolle über die Straße von Hormuz als ein wichtiges strategisches Ziel, und seine Führung ist der Ansicht, dass ein Kriegsende ohne die Kontrolle über die Meerenge eine schwere strategische Niederlage bedeuten würde“, hieß es am Montag in einer Analyse des Critical Threats Project (CTP), das von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben wird.
Mit der Tötung einflussreicher Generäle und hochrangiger Politiker haben die Revolutionsgarden, Irans mächtige Militärorganisation, nach gängiger Experteneinschätzung ihre Macht in der Islamischen Republik weiter ausgebaut. Die neue Führung sei sich bewusst, dass gegenüber den USA ein gewisses Maß an Pragmatismus erforderlich ist, schrieb der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Israel Hayom“.
Teheran sei heute eher bereit, konsequent militärische Gewalt einzusetzen, schrieb Citrinowicz. Es handle sich um eine Führung, die „bei der Bewältigung der Krise pragmatischer vorgeht, ideologisch jedoch nicht gemäßigter ist“. Washington müsse sich entscheiden: die Konfrontation in der Straße von Hormuz zu verschärfen oder eine Vereinbarung zu akzeptieren und sich darauf zu konzentrieren, Teheran am Bau einer Atomwaffe zu hindern.
