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Der spanische Regisseur bleibt seinem Markenzeichen treu: vielschichtige Figuren und komplexe zwischenmenschliche Beziehungen, eingebettet in eine Geschichte, die spürbar den Geist eines klassischen Feel-Good-Films atmet. Prädikat: herzerwärmend.
Mit dem Tod Antonios verstummte auch die Rondalla, die traditionelle Musikgruppe von A Guarda mit Fahnenträgern sowie Zupf- und Perkussionsinstrumenten. Wo einst gemeinsam musiziert wurde, herrscht seit dem Schiffsunglück Schweigen - als hätte das Dorf an der galicischen Küste mit seinem Chorleiter auch seine Stimme verloren.
Erst als Antonios langjähriger Freund und Krabbenfänger Luis (Javier Gutiérrez), einer der beiden Überlebenden, den Mut fasst, die Rondalla wiederzubeleben und das Dorf auf einen Wettbewerb vorzubereiten, beginnt sich die Starre zu lösen. Unterstützung erhält er von Carmen (María Vázquez), Antonios Witwe, mit der er eine heimliche Beziehung führt. Was zunächst wie ein aussichtsloses Unterfangen wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einem behutsamen Prozess der Annäherung und des gemeinsamen Neuanfangs.
Arévalo erzählt nicht nur von individueller Trauer, sondern vor allem davon, wie Gemeinschaft Menschen wieder Hoffnung schenken kann. Die Rondalla wird dabei zum Sinnbild für Zusammenhalt, Versöhnung und den Mut, trotz schmerzlicher Erinnerungen nach vorn zu blicken.
Obwohl der Film eine große Ensemblebesetzung vereint, erhalten nahezu alle Figuren ausreichend Raum, um sich zu entfalten. Gerade die teils skurrilen Nebenfiguren wie der einbeinige Yayo und der unbeholfene Xoel verleihen der Geschichte ihren besonderen Charme. Auch die 18-jährige Andrea gewinnt zwischen Trauer und Erwachsenwerden zunehmend an Kontur.
Neben der kollektiven Verarbeitung der Trauer greift der Film weitere Themen auf - darunter Generationenkonflikte, familiäre Spannungen, Umweltfragen sowie einen angedeuteten Krimisubplot rund um das Schiffsunglück. Die Vielzahl der Erzählstränge nimmt dem Film bisweilen etwas an Tiefe, da nicht alle Ansätze konsequent ausgearbeitet werden.
Arévalo vermeidet übermäßiges Pathos. Humor und Drama halten sich dabei meist die Waage, auch wenn die melancholische Seite überwiegt. "So klingt das Leben" ist ein warmherziger Film über Trauer, Gemeinschaft und die Möglichkeit eines Neuanfangs.
(Von Sabine Glaubitz/dpa)
(S E R V I C E - www.polyfilm.at/film/so-klingt-das-leben )
MADRID - SPANIEN: FOTO: APA/APA/MR. FIELDS AND FRIENDS CINEMA/RONDALLAS MOVIE
