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Erneuerbare Kraftstoffe könnten Europas Spritversorgung ab 2040 weitgehend decken

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Eine neue Studie sieht großes Potenzial für reststoffbasierte Kraftstoffe in der EU. BMW verweist auf Klimaschutz, Versorgungssicherheit und den Industriestandort Steyr.

Erneuerbare Kraftstoffe aus Reststoffen könnten nach Einschätzung einer neuen Studie einen deutlich größeren Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs leisten als bisher angenommen. Untersucht wurden ausschließlich Ressourcen, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen, etwa Siedlungsabfälle oder Nebenprodukte aus der Holz- und Forstwirtschaft.

Demnach könnten Diesel- und Benzin-Ersatzkraftstoffe wie HVO100 bereits im Jahr 2030 zwischen 38 und 55 Prozent des europäischen Kraftstoffbedarfs decken. Bis 2040 wären je nach industriellem Hochlauf und regulatorischen Rahmenbedingungen 67 bis 106 Prozent möglich.

BMW fordert technologieoffene Regulierung

BMW sieht in reststoffbasierten Kraftstoffen eine zusätzliche Möglichkeit, CO₂-Emissionen rasch zu senken. Besonders relevant sei dies für die bestehende Fahrzeugflotte, da erneuerbare Kraftstoffe in vorhandenen Fahrzeugen eingesetzt werden könnten.

Harald Gottsche, Werksleiter des BMW Group Werks Steyr, kritisiert den derzeitigen Fokus der EU auf den sogenannten Tailpipe-Ansatz. Dieser messe Emissionen ausschließlich am Auspuff und berücksichtige weder Herkunft noch Nachhaltigkeit des Energieträgers ausreichend. „Die Ergebnisse widerlegen die Annahme, dass es immer zu wenig erneuerbare Kraftstoffe geben werde“, sagt Gottsche.

Bedeutung für Österreich und den Standort Steyr

Für Österreich ist das Thema auch industriepolitisch relevant. Das BMW Group Werk Steyr produziert seit Jahren in großem Umfang Verbrennungsmotoren und steht damit exemplarisch für Wertschöpfung, Zuliefernetzwerke und qualifizierte Beschäftigung in Europa.

Alexander Bamberger, Geschäftsführer der BMW Austria GmbH, spricht von einem „sofort wirksamen CO₂-Hebel“ für Fahrzeuge, die bereits auf den Straßen unterwegs sind. Für einen starken Industriestandort brauche es beides: elektrisches Fahren und erneuerbare Kraftstoffe.

Appell an die EU

BMW fordert deshalb eine lebenszyklusbasierte Betrachtung von Emissionen und eine vollständige Anrechenbarkeit erneuerbarer Kraftstoffe in der Neuwagen- und Bestandsflotte. Nur so könnten Investitionsanreize entstehen und die industrielle Produktion reststoffbasierter Kraftstoffe in Europa hochgefahren werden.

Die größte Herausforderung liegt laut Studie weniger im theoretischen Potenzial als in der praktischen Umsetzung: Reststoffe müssten europaweit gesammelt, transportiert und verarbeitet werden. Entscheidend seien daher passende Rahmenbedingungen, Infrastruktur und politische Akzeptanz

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