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Walter Mayr präsentiert neues Buch über den Eisernen Vorhang

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Neues Buch über den Eisernen Vorhang
©APA, Zsolnay Verlag
Zuletzt war er eher als grünes Band, als von Nord nach Süd verlaufende Biodiversitätsreserve, als Attraktion für den europäischen Radtourismus ("Iron Curtain Trail") im Gespräch. Geradezu anachronistisch wirkt daher Walter Mayr, der mit seinem neuen Buch an die blutige Vergangenheit des Eisernen Vorhangs erinnert. Er präsentiert darin neun tödliche "Grenzfälle" von Norwegen bis Georgien als Beispiele für die lange blutige "Wunde im Herzen des Kontinents".

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Stalin habe im Februar 1945 auf der Krim die westlichen Alliierten überrumpelt und mit der dort erzielten Einigung über die Teilung Europas in Einflusssphären einen "kontinentalen Sperr-Riegel" ermöglicht, schreibt der "Spiegel"-Reporter über die über 3.200 Kilometer (Luftlinie) lange Demarkationslinie, deren Vergangenheit und Gegenwart er in neun Ländern erkundet hat. Während der jahrelangen Recherchen konnte er eine Gemeinsamkeit konstatieren: "Ich habe niemanden getroffen, der sich den Eisernen Vorhang zurückwünschen würde. In diesem Punkt herrscht größtmöglicher Konsens."

Mehr als 300 Gedenkstätten, Museen und Mahnmale seien alleine an der einstigen innerdeutschen Grenze entstanden, mehrere tausend Menschen an diesem "schwer bewachten Monstrum" von Nordnorwegen bis zum Südkaukasus ums Leben gekommen, schreibt Mayr und widmet sich neun exemplarischen Biografien, beginnend mit einem jungen US-Studenten, der 1966 aus Abenteuerlust von Norwegen über die "Grüne Grenze" in die Sowjetunion gelangte und kurze Zeit später auf dem Transport ins Arbeitslager unter ungeklärten Umständen ums Leben kam.

"Inzwischen ist in Norwegen wie auch in Finnland als Reaktion auf die Ukraine-Invasion der Kreml-Truppen die Grenze zu Russland stärker abgeriegelt als zu Zeiten des Kalten Krieges", schreibt Mayr. "Auch Länder wie Ungarn und Bulgarien verbarrikadieren sich neu - im Angesicht anhaltenden Zustroms von Flüchtlingen und Migranten. Als die Berliner Mauer fiel, gab es nur 16 Grenzzäune weltweit. Inzwischen errichteten fast ein Drittel aller Länder auf dem Globus Absperrungen entlang ihrer Grenzen." Und während einst die Sowjetunion vor allem darauf bedacht gewesen sei, "die bis 1945 erzielten Geländegewinne in Europa unter Kontrolle zu halten", habe sich die Sicherheitslage in Europa seit dem Ende des Kalten Kriegs eher verschärft.

Am Mittwoch (2. September) stellt Walter Mayr sein Buch im Wien Museum vor. Die Moderation übernimmt Christian Ultsch ("Die Presse").

(S E R V I C E - Walter Mayr: "Grenzfälle. Der Eiserne Vorhang - die Wunde im Herzen des Kontinents", Zsolnay Verlag, 384 Seiten, 26,80 Euro, Buchpräsentation am Mittwoch, 2.9., 18.30 Uhr, im Wien Museum, Karlsplatz 8)

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Zsolnay Verlag

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